Aktiv für den Jerusalemsverein: Dr. Beate Sträter, Vertrauenspfarrerin im Rheinland

Wir stellen regelmäßig Vertrauensleute des Jerusalemsvereins vor, die Ansprechpartner in Ihrer Region sind. Dr. Beate Sträter ist Pastorin und Schulreferentin der Evangelischen Kirche im Rheinland. Außerdem ist sie Mitglied der 12. Synode der EKD.

„In Sachsen tut sich was“, erklärt Frank Meinel lebhaft. Der 58-Jährige ist Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Wolfgang in Schneeberg, einem Ort, der zwischen Zwickau und der tschechischen Grenze liegt. Der Pfarrer möchte den Menschen – insbesondere den Jugendlichen – in seiner Gemeinde und in der Region ermöglichen, ihren Blick zu öffnen, ihren Horizont zu erweitern.

„Nahostarbeit ist für mich Friedensarbeit“, sagt Beate Sträter. „Dem israelischen Narrativ fühle ich mich verbunden, genauso wie dem palästinensischen Narrativ.“ Dialog und Begegnung: Dafür hat sich die 58-Jährige schon immer interessiert. In den 1980er Jahren studierte sie Theologie in Berlin – einer ihrer Studienschwerpunkte war der jüdisch-christliche Dialog. Sie beschäftigte sich auch immer wieder mit der islamischen Perspektive. Bevor sie Schulreferentin wurde, arbeitete sie als Pastorin für die Begegnung mit Muslimen im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel.

Sträter ist Theologin, Politikwissenschaftlerin und promovierte Sozialwissenschaftlerin. Ihre beruflichen Stationen haben sie an spannende Orte geführt: In Kairo unterrichtete sie Religion an der deutschen evangelischen Schule und lernte während dieser Zeit Arabisch. In Bonn arbeitete sie fünf Jahre lang als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Bundestag, und sie war Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche.

Bei ihrer Arbeit für den Jerusalemsverein liege ihr besonders am Herzen, „dass wir ein oft vergessenes Thema – nämlich die Situation der Christinnen und Christen in Israel und Palästina – in den Blick nehmen“. Genauso zentral sei, dass Bildungs- und Friedensarbeit vor Ort in Nahost tatsächlich umgesetzt werden können. „Außerdem wünsche ich mir, dass die Auseinandersetzung mit dem Konflikt für uns und unsere Gesellschaft auch Lernimpulse bringt.“

Dazu hat Beate Sträter ganz entscheidend beigetragen. Vor allem dank ihrer Initiative entstand eine Arbeitsgruppe, in der das Olivenspiel und weiteres Lernmaterial entwickelt wurden (siehe Seite 31). Bei einem Nahost-Studientag im Rheinland sei die Idee entstanden: „Die damalige Verwaltungsleiterin Talitha Kumis hat uns darauf aufmerksam gemacht, wie kompliziert es in Palästina mit der Olivenernte ist. Unter anderem deshalb, weil viele Menschen keinen garantierten Zugang mehr zu ihren Grundstücken haben.“

Auf spielerische und anschauliche Weise sollten SchülerInnen ab 14 Jahren, KonfirmandInnen, aber auch interessierte Erwachsene etwas über den Nahostkonflikt lernen. „Sinnvoll ergänzt wird das Spiel durch unsere Lernkoffer. Darin befinden sich zwei lange Stoffbahnen, auf denen das israelische und das palästinensische Narrativ in Form von Zeitleisten dargestellt sind. Auch Karten, Materialien zur Schulgründung Talitha Kumis und zur Geschichte der Kaiserswerther Diakonissen gehören dazu.“