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	<title>Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</title>
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	<description>Partner von Gemeinden und Schulen in Palästina</description>
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	<title>Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</title>
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		<title>„Seid menschlich“: Combatants for Peace in Berlin</title>
		<link>https://www.jerusalemsverein.de/seid-menschlich-combatants-for-peace-in-berlin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henrikweinhold1007]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 11:24:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>15.10.2026 &#124; Die „Combatants for Peace“ sind eine Friedensbewegung, die aus ehemaligen Mitgliedern der israelischen Armee und palästinensischen Kämpfern besteht. Seit 20 Jahren engagieren sie sich für gewaltfreien Widerstand und israelisch-palästinensischen Dialog. Am 12. Oktober  sprachen der Israeli Elie Avidor und der Palästinenser Sayel Jabareen im Berliner Missionswerk über ihre Erfahrungen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/seid-menschlich-combatants-for-peace-in-berlin/">„Seid menschlich“: Combatants for Peace in Berlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">15.10.2026 | Die „Combatants for Peace“ sind eine Friedensbewegung, die aus ehemaligen Mitgliedern der israelischen Armee und palästinensischen Kämpfern besteht. Seit 20 Jahren engagieren sie sich für gewaltfreien Widerstand und israelisch-palästinensischen Dialog. Am 12. Oktober  sprachen der Israeli Elie Avidor und der Palästinenser Sayel Jabareen im Berliner Missionswerk über ihre Erfahrungen.</p>



<span id="more-24295"></span>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn ich hier in Deutschland bin, dann sehe ich Leute, die Freiheit haben, die normales Leben haben, denen es gut geht. Ich bin sehr neidisch.“ sagt Sayel Jabareen. „Es gibt keine Bewegungsfreiheit für Palästinenser im Westjordanland. Diese Checkpoints erschweren unser Leben sehr. Eine Fahrt, die früher 15 Minuten gedauert hat, kann heute 2 bis 3 Stunden dauern. Oder auch länger. Alles, was wir möchten, ist ein normales Leben“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sayels Aufenthalt ist jedoch überschattet. Am Freitag, als er sich aus Palästina auf den Weg nach Deutschland gemacht hat, rief seine Frau ihn weinend an: Siedler seien unten in ihrem Haus, bewaffnet und schießend. Der Taxifahrer sagte Sayel: „Ich bringe dich nicht zurück nach Hause. Wenn du zurück nach Hause gehst, dann erschießen dich die Siedler. Sag deiner Frau, dass sie alles abschließen und sich verstecken soll.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elie Avidor erzählt im Plenum von seinem Engagement: „Ich gehe in die Westbank und versuche dort die Ungeheuerlichkeiten der Besatzungspolitik zu bekämpfen. Aber auf Basis von Gewaltfreiheit.“ Er verbringt viel Zeit mit palästinensischen Bauern und Schäfern, um sie vor Siedlergewalt zu beschützen. Dabei bezeichnet sich als stolzen Israeli, der dennoch das derzeitige Tun der israelischen Regierung entschieden ablehnt: „Ich möchte, dass Israel existiert und sicher ist. Aber ich muss kritisieren, was passiert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Terror der Hamas am 7. Oktober 2023 bedeutete einen tiefen Einschnitt in die Aktivitäten der Combatants for Peace. Eine Auflösung stand bereits im Raum. Es gab deshalb ein gemeinsames Online-Meeting: „Wir sagten, wir unterhalten uns eine Stunde, aber dann haben wir gemeinsam drei Stunden lang geweint und uns ausgetauscht“. So kamen sie zu dem Schluss, gerade aufgrund der Geschehnisse weitermachen zu wollen. „Eines der Dinge, die die Combatants for Peace mitgeben ist, dass man von der Geschichte der anderen Seite erfahren kann. Furcht und Angst kommen von Ignoranz. Man hat Angst vor dem, was man nicht kennt“, so Elie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen des terroristischen Anschlags der Hamas hat die Lebensrealität der Palästinenser verschärft. So fließen die palästinensischen Steuereinnahmen in das israelische Steuersystem, um anschließend zurückgebucht zu werden. Diese Rückbuchungen wurden mittlerweile jedoch auf die Hälfte gedrosselt, weswegen Geld für öffentliche Ausgaben fehle. „Lehrkräfte können nur noch zu 50% bezahlt werden“, sagt Sayel. „Unsere Kinder [an staatlichen Schulen, Anm. d. Red.] können nur noch an zwei Tagen in der Woche unterrichtet werden“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ca. eineinhalb Stunden beendet eine offene Fragerunde mit dem Publikum den Abend. Auf die Frage, was sie sich vom Rest der Welt wünschen, entgegnet Elie schlicht: „Seid menschlich.“ Sayel schließt die Veranstaltung ab: „Natürlich ist es komplett verrückt, Frieden zu fordern. Mitten im Krieg. Aber wir haben für uns die Verantwortung übernommen, an die Hoffnung zu glauben. Wie an einen Tropfen im Meer“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gesprächsabend mit den Combatants for Peace wurde vom <a href="https://www.berliner-missionswerk.de/" data-type="link" data-id="https://www.berliner-missionswerk.de/">Berliner Missionswerk</a> in Zusammenarbeit mit dem <a href="https://www.eappi-netzwerk.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">EAPPI Netzwerk Deutschland e. V.</a> veranstaltet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/seid-menschlich-combatants-for-peace-in-berlin/">„Seid menschlich“: Combatants for Peace in Berlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
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		<title>Siedlergewalt gegen das Förderzentrum Sternberg</title>
		<link>https://www.jerusalemsverein.de/siedlergewalt-gegen-das-foerderzentrum-sternberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henrikweinhold1007]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 11:07:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>15.10.2026 &#124; Bischof Dr. Imad Haddad (ELCJHL) hat das Eindringen von Siedlern auf das Gelände des Förderzentrums Sternberg bei Ramallah scharf verurteilt. Bei dem illegalen Betreten des Geländes richteten die Siedler Sachschäden an.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">15.10.2026 | Bischof Dr. Imad Haddad (ELCJHL) hat das Eindringen von Siedlern auf das Gelände des Förderzentrums Sternberg bei Ramallah scharf verurteilt. Bei dem illegalen Betreten des Geländes richteten die Siedler Sachschäden an.</p>



<span id="more-24285"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. Oktober 2026 hat sich eine große Gruppe israelischer Siedler gewaltsam Zugang zum Gelände des Förderzentrums Sternberg verschafft und bei ihrem Streifzug ein Gewächshaus beschädigt. Kinder und Mitarbeitende hielten sich an dem Freitag nicht im Zentrum auf. Das Star Mountain Rehabilitation Center wird von der Herrnhuter Brüdergemeine betrieben und liegt zwischen Ramallah und Birzeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Stellungnahme schreibt Bischof Dr. Imad Haddad (ELCJHL) über den Vorfall:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In dieser Woche hat uns als Kirche zutiefst die Nachricht bestürzt, dass israelische Siedler unbefugt das Gelände des Förderzentrums Sternberg für junge Menschen mit Behinderungen in der Nähe von Ramallah betreten und dort landwirtschaftliche Einrichtungen beschädigt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Förderzentrum Sternberg wird von unseren Partnern der Herrnhuter Brüdergemeine betrieben und betreut etwa 100 Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. Am vergangenen Freitag, dem 9. Oktober, drang eine große Gruppe jüdisch-israelischer Siedler in die Anlage ein und beschädigte den Zaun des Geländes. Am Montag, dem 12. Oktober, stellte der Landwirt des Zentrums erhebliche Zerstörungen im Gewächshaus fest [&#8230;]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schwere und Dringlichkeit dieses Vorfalls können gar nicht genug betont werden. Es handelt sich um illegales, gewaltsames Eindringen und Sachbeschädigung, das jederzeit noch weiter eskalieren könnte. Zu den aktuellen materiellen Schäden an der Einrichtung kommt noch der schwere psychische Schaden hinzu, den die Kinder und Jugendlichen und die Mitarbeitenden des Zentrums erlitten haben. Wie die Herrnhuter Brüdergemeine in ihrer Erklärung mitteilte, kann diese wichtige Arbeit nicht fortgesetzt werden, wenn der Sternberg nicht mehr als sicherer Ort für junge Menschen mit Behinderungen angesehen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Angriff auf das Förderzentrum Sternberg ist Teil eines äußerst besorgniserregenden Musters von Gewalt durch israelische Siedler in der Umgebung von Ramallah. Palästinensische Häuser, landwirtschaftliche Flächen und Einrichtungen sind gleichermaßen von Gewalt bedroht, wodurch zahlreiche Menschenleben in Gefahr sind. Kein Palästinenser im Westjordanland ist von dieser Bedrohung ausgenommen, auch christliche Gemeinschaften und Einrichtungen nicht. Als Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land fordere ich internationale Regierungen und religiöse Führer auf, unverzüglich und entschlossen zu handeln, um das Förderzentrum Sternberg zu unterstützen und das Recht der Palästinenser auf ein Leben in Frieden und Sicherheit zu schützen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.herrnhuter-missionshilfe.de/laender/palaestina/" data-type="link" data-id="https://www.herrnhuter-missionshilfe.de/laender/palaestina/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Webseite der Herrnhuter Missionshilfe zum Star Mountain Rehabilitation Center (Sternberg Förderzentrum) >></a></p>
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		<item>
		<title>Natalie Abudayyeh: Administrativhaft der jungen Christin verlängert</title>
		<link>https://www.jerusalemsverein.de/natalie-abudayyeh-administrativhaft-der-jungen-christin-verlaengert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henrikweinhold1007]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 07:26:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>25.09.2026 &#124; Ein israelisches Militärgericht hat am 23. September 2026 die Administrativhaft für die 21-jährige Studentin Natalie Abudayyeh verlängert. Es vertagte die Entscheidung über die Freilassung der lutherischen Christin, die am 2. Juni 2026 in Birzeit zusammen mit drei weiteren Studentinnen verhaftet worden war, bis zum 21. Oktober.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">25.09.2026 | Ein israelisches Militärgericht hat am 23. September 2026 die Administrativhaft für die 21-jährige Studentin Natalie Abudayyeh verlängert. Es vertagte die Entscheidung über die Freilassung der lutherischen Christin, die am 2. Juni 2026 in Birzeit zusammen mit drei weiteren Studentinnen verhaftet worden war, bis zum 21. Oktober.</p>



<span id="more-24249"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL), zu der Natalie Abudayyeh gehört, äußerte sich enttäuscht nach dem Gerichtstermin: &#8222;Wir sind unermesslich frustriert und bestürzt, dass Natalie einen weiteren Monat im Gefängnis verbringen muss, und wir beten ohne Unterlass für ihre Sicherheit und ihre Freiheit. Bitte haltet Natalie, ihre Familie und die Kirche in euren Gebeten, und lasst eure Stimmen weiterhin in euren Kirchennetzwerken und gegenüber euren gewählten Vertretern für Natalies sofortige Freilassung erhören.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Natalie Abudayyehs Vater: Familie durchlebt einen Alptraum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Natalies Vater Samer Abudayyeh, ein Apotheker aus Beit Jala, hat gegenüber &#8222;Christianity Today&#8220; die Gefühlslage der Familie beschrieben und die Unschuld seiner Tochter bekräftigt. Seit der nächtlichen Festnahme Natalies lebe die Familie in einem Alptraum, dessen Ende nicht abzusehen sei. Nach Angaben des Vaters beruft sich die Anklage darauf, Natalie habe Verbindungen zu der von Israel verbotenen Studentengruppe Al-Qutub, die der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) nahestehen soll, die Israel als Terrororganisation einstuft. Der Vater weist die Vorwürfe entschieden zurück: Seine Tochter sei ein stilles Mädchen, das studiere, Musik höre und Fußball spiele – Natalie ist die frühere Kapitänin der palästinensischen Frauen-Nationalmannschaft. Er habe seine Kinder bewusst von Politik ferngehalten: Wer sein Land verteidigen wolle, solle das &#8222;mit dem Kopf tun, nicht mit der Faust&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Informationen, wie es Natalie geht, hat Samer Abudayyeh von freigelassenen Gefangenen erhalten: Natalie lese jeden Tag in der Bibel, wobei das Gefängnispersonal manchmal Heilige Schriften für zwei oder drei Tage als Strafmaßnahme konfisziere. Mitgefangene beschreiben sie als &#8222;sehr still, sehr nett, sehr hilfsbereit – aber sehr traurig&#8220;. Ihre Zelle teilt sie mit sieben Mitgefangenen, die in drei Etagenbetten und auf zwei Matratzen auf der Erde schlafen. Es gebe ein Fenster, ein separates W.C., aber keine Dusche. In dem Gefängnis sei Krätze ausgebrochen, die medizinisch nicht behandelt werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die israelische Gefängnisbehörde verweigert den Eltern seit der Festnahme Telefonate und Besuche im Gefängnis, auch Geistlichen ist der Zutritt verwehrt. Der Zugang des Anwalts ist nur eingeschränkt möglich. Bei den Verhandlungen können die Eltern Natalie nur per Videoübertragung im Gerichtsgebäude in Ramallah sehen – Natalie kann sie dabei weder sehen noch hören.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Natalie Abudayyeh seit 2. Juni in Haft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Natalie Abudayyeh wurde am frühen Morgen des 2. Juni 2026 zusammen mit drei weiteren Studentinnen in Birzeit von israelischem Militär mit vorgehaltener Waffe aus ihrer Wohnung abgeführt – im Rahmen einer großangelegten Razzia, bei der mehr als 30 Personen verhaftet wurden. Die 21-Jährige ist Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Reformationsgemeinde in Beit Jala, Absolventin der dortigen Schule Talitha Kumi und studiert Medienwissenschaften und Journalismus an der Universität Birzeit. ELCJHL-Bischof Imad Haddad forderte sofort ihre Freilassung und wies darauf hin, dass Natalie nun zu den Tausenden Palästinensern gehöre, die ohne Anklage oder Prozess in israelischer Administrativhaft seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli lehnte ein Richter den Antrag ab, Natalie gegen Kaution freizulassen; ihre Haft wurde seither mehrfach verlängert. Ehemalige Häftlinge berichten von sehr schlechten Bedingungen im Damon-Gefängnis auf dem Berg Karmel bei Haifa.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umstrittene Administrativhaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die israelische Administrativhaft erlaubt es, Menschen ohne Anklage und ohne Gerichtsverfahren in erneuerbaren Perioden von jeweils bis zu sechs Monaten festzuhalten, was auch zu langjährigen Inhaftierungen führen kann. Begründet wird die Haft nicht mit einer begangenen Straftat, sondern mit der Annahme, die Person könnte in Zukunft eine Gefahr für die Sicherheit darstellen. Die Administrativhaft wird mit wenigen Ausnahmen gegen Palästinenser verhängt; nur eine Handvoll Israelis und israelische Siedler war zuletzt betroffen. Die Haft wird von einem militärischen Befehlshaber angeordnet. Die Haftgründe werden den Inhaftierten nicht offiziell mitgeteilt; die Beweise bleiben geheim, eine wirksame Verteidigung ist damit kaum möglich. Ein Militärgericht entscheidet regelmäßig über die Verlängerung der Haft. Menschenrechtsorganisationen kritisieren sowohl das System der Administrativhaft und die damit verbundene Diskriminierung der palästinensischen Bevölkerung als auch die Haftbedingungen für Palästinenserinnen und Palästinenser in den israelischen Gefängnissen, die beispielsweise die israelische NGO B&#8217;Tselem dokumentiert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation HaMoked befanden sich im September 2026 insgesamt 9.329 als &#8222;Sicherheitsgefangene&#8220; eingestufte Personen in israelischen Gefängnissen. Die Israelische Gefängnisbehörde (IPS) unterscheidet zwischen Sicherheitsgefangenen und anderen Straftätern wie beispielsweise Dieben. Zu den Sicherheitsgefangenen gehörten 3.176 Administrativgefangene, 3.263 Untersuchungsgefangene, 1.497 Verurteilte sowie 1.393 als &#8222;Unlawful Combatants&#8220; (irreguläre Kämpfer ohne Kriegsgefangenenstatus) eingestufte Häftlinge. Ein Großteil dieser Gefangenen sind Palästinenser aus Gaza und dem Westjordanland, die mehrheitlich in Haftanstalten innerhalb Israels festgehalten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Quellen</em> <em>und Links</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.christianitytoday.com/2026/09/christian-palestinians-israeli-prisons-natalie-abudayyehhttps://www.christianitytoday.com/2026/09/christian-palestinians-israeli-prisons-natalie-abudayyeh">Christian Palestinians in Israeli Prisons, and a Father Waiting for His Daughter to Come Home</a><br>Christianity Today, 21.09.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.facebook.com/elcjhl">Facebook-Seite der ELCJHL</a>, Post vom 23.09.2026<a href="https://www.facebook.com/elcjhl">https://www.facebook.com/elcjhl</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.hamoked.org">&#8222;Security&#8220; Inmates in Prisons inside Israelhttps://www.hamoked.org</a><br>HaMoked – Center for the Defence of the Individual, September 2026</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/natalie-abudayyeh-administrativhaft-der-jungen-christin-verlaengert/">Natalie Abudayyeh: Administrativhaft der jungen Christin verlängert</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Pfarrer Anton Nassar in Amman eingeführt</title>
		<link>https://www.jerusalemsverein.de/pfarrer-anton-nassar-in-amman-eingefuehrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henrikweinhold1007]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 07:02:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>22.09.2026 &#124; Anton Nassar wurde während eines feierlichen Gottesdienstes in der Gemeinde „Zum Guten Hirten“ als Pfarrer der ELCJHL in Amman eingeführt. Nassar ist Leiter der Dar al-Kalima-Schule in Bethlehem.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/pfarrer-anton-nassar-in-amman-eingefuehrt/">Pfarrer Anton Nassar in Amman eingeführt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">22.09.2026 | Anton Nassar wurde während eines feierlichen Gottesdienstes in der Gemeinde „Zum Guten Hirten“ als Pfarrer der ELCJHL in Amman eingeführt. Nassar ist Leiter der Dar al-Kalima-Schule in Bethlehem.</p>



<span id="more-24205"></span>



<p class="wp-block-paragraph">In der Evangelisch-Lutherischen Kirche „Zum Guten Hirten“ in Amman (Jordanien) fand am Sonntag, den 20. September 2026, der Gottesdienst zur Einsetzung von Anton Nassar als Pfarrer der Gemeinde statt, die zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL) gehört. Bischof Dr. Imad Haddad, der selbst zuvor Pfarrer in Amman gewesen war, führte Nassar in sein Amt als Gemeindepfarrer ein. Nach seiner eigenen Ernennung zum Bischof der ELCJHL mit Sitz in Jerusalem hatte Haddad die Gemeinde bis zur Einsetzung seines Nachfolgers weiterhin pastoral begleitet.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="720" height="480" src="https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/einfuehrung-pfarrer-nassar-in-amman-2.jpg" alt="" class="wp-image-24207" srcset="https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/einfuehrung-pfarrer-nassar-in-amman-2.jpg 720w, https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/einfuehrung-pfarrer-nassar-in-amman-2-495x330.jpg 495w, https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/einfuehrung-pfarrer-nassar-in-amman-2-225x150.jpg 225w, https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/einfuehrung-pfarrer-nassar-in-amman-2-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 720px) 100vw, 720px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gottesdienst betonten die Redner die Bedeutung der geschwisterlichen Beziehungen, die die verschiedenen Kirchen in Jordanien miteinander verbinden, sowie das gemeinsame Zeugnis und den Dienst in Jordanien und im Heiligen Land. Sie wünschten Pfarrer Nassar einen fruchtbaren Dienst zusammen mit den Gemeindemitgliedern. Die Gemeinde „Zum Guten Hirten“ solle ein „Leuchtturm des Glaubens“ bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anton Nassar ist Leiter der Dar al-Kalima-Schule in Bethlehem. Er wird dieses Amt fortführen und zwischen Bethlehem und Amman pendeln. Seiner Familie gehört der landwirtschaftliche Betrieb „Dahers Weinberg“ bei Bethlehem. Sie ist für den jahrzehntelangen Kampf gegen die Vertreibung durch Siedler sowie für das Friedensprojekt „Tent of Nations“ bekannt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Combatants for Peace am 12. Oktober zu Gast in Berlin</title>
		<link>https://www.jerusalemsverein.de/combatants-for-peace-am-12-oktober-zu-gast-in-berlin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henrikweinhold1007]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 15:59:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 12. Oktober 2026 ist die Friedensorganisation Combatants for Peace im Berliner Missionswerk zu Gast. Der Israeli Elie Avidor und der Palästinenser Ghassan Bannoura sprechen über ihre Erfahrungen im Konflikt um Israel und Palästina.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/combatants-for-peace-am-12-oktober-zu-gast-in-berlin/">Combatants for Peace am 12. Oktober zu Gast in Berlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Israeli Elie Avidor und der Palästinenser Sayel Jabareen stellen im Berliner Missionswerk die Arbeit ihrer Friedensorganisation vor und sprechen über ihre Erfahrungen im Konflikt um Israel und Palästina.</p>



<span id="more-24242"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die Combatants for Peace sind ehemalige israelische Soldaten und palästinensische Kämpfer, die sich vom bewaffneten Kampf abgewandt haben und heute gemeinsam für gewaltfreien Widerstand, Dialog und Versöhnung einstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zeit: Montag 12. Oktober 2026, 18:30 Uhr<br>Ort: Berliner Missionswerk, Georgenkirchstr. 69/70, 10249 Berlin, Haus 1, Ebene 2, Knaksaal</strong><br>Freier Eintritt</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/combatants-for-peace-am-12-oktober-zu-gast-in-berlin/">Combatants for Peace am 12. Oktober zu Gast in Berlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sumaya Farhat-Naser: Vorträge im Oktober bis Dezember 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz</title>
		<link>https://www.jerusalemsverein.de/sumaya-farhat-naser-vortraege-im-oktober-bis-dezember-2026-in-deutschland-oesterreich-und-der-schweiz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henrikweinhold1007]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2026 10:08:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.jerusalemsverein.de/?p=24082</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die palästinensische Friedensvermittlerin und Buchautorin Sumaya Farhat-Naser spricht vom Oktober bis Dezember 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz über den Konflikt um Israel und Palästina.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/sumaya-farhat-naser-vortraege-im-oktober-bis-dezember-2026-in-deutschland-oesterreich-und-der-schweiz/">Sumaya Farhat-Naser: Vorträge im Oktober bis Dezember 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die palästinensische Friedensvermittlerin und Buchautorin&nbsp;Sumaya Farhat-Naser spricht vom Oktober bis Dezember 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz über den Konflikt um Israel und Palästina.</p>



<span id="more-24082"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Termine werden fortlaufend ergänzt. Kontaktieren Sie bitte den jeweiligen Veranstalter zu Fragen bezüglich einer bestimmten Veranstaltung. Alle Angaben ohne Gewähr.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorträge in Deutschland</h2>



<p class="wp-block-paragraph">26. Oktober 2026, 19 Uhr<br><strong>Hamburg-Niendorf</strong><br>Kooperatives Begegnungszentrum Alte Villa, Garstedter Weg 9</p>



<p class="wp-block-paragraph">27. Oktober 2026, 19 Uhr<br><strong>Hamburg</strong><br>Adventskirche, Kriegerdankweg 9, 22457 Hamburg</p>



<p class="wp-block-paragraph">28. Oktober 2026, 19 Uhr<br><strong>Hamburg</strong><br><a href="https://www.hauptkirche-altona.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ev.-Luth. Hauptkirche St. Trinitatis Altona</a>, Gemeindesaal, Kirchenstraße 40, 22767 Hamburg</p>



<p class="wp-block-paragraph">29. Oktober 2026, 18:30 Uhr<br><strong>Lübeck</strong><br><a href="https://www.frauenwerk-luebeck-lauenburg.de/">Ev. Frauenwerk Lübeck-Lauenburg</a>, Breite Straße 17, 23552 Lübeck</p>



<p class="wp-block-paragraph">5. November 2026, 18:30 Uhr<br><strong>Konstanz</strong><br><a href="https://www.petershausen.net/">Röm.-kath. Kirchengemeinde Konstanz</a>, Gemeindehaus St. Suso, Taborweg 32</p>



<p class="wp-block-paragraph">9. November 2026, 18:30 Uhr <br><strong>Bern</strong><br><a href="https://www.stmarienbern.ch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pfarrei St. Marien</a>, Wylerstrasse 24</p>



<p class="wp-block-paragraph">10. November 2026, 19 Uhr<br><strong>Herrenberg</strong><br><a href="https://evdiak.de/">Diakonie-Schwesternschaft</a>, Mutterhauskirche, Burgsteige, 71083 Herrenberg</p>



<p class="wp-block-paragraph">11. November 2026, 19 Uhr<br><strong>Stuttgart</strong><br>Universität, Seminar nur mit Anmeldung</p>



<p class="wp-block-paragraph">13. November 2026<br><strong>Dresden</strong><br><a href="https://www.maria-am-wasser.de/kontakt" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ev.-Luth. Kirchgemeinde »Maria am Wasser«</a>, Kirchgasse 6, 01326 Dresden-Hosterwitz-Pillnitz</p>



<p class="wp-block-paragraph">15. November 2026, 9:30 Uhr<br><strong>Dresden</strong><br><a href="https://michaelsengel.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ev.-luth. Kirchgemeinde St. Michael Bühlau</a>, Quohrener Straße 18<br>Predigt im Gottesdienst</p>



<p class="wp-block-paragraph">16. November 2026, 18 Uhr<br><strong>Berlin</strong><br><a href="https://www.ev-johannes.de/">Ev. Johanneskirchengemeinde Berlin-Lichterfelde</a>, Sitzungszimmer, Ringstr. 36, 12205 Berlin</p>



<p class="wp-block-paragraph">17. November 2026, 19 Uhr<br><strong>Berlin</strong><br><a href="https://www.paulusgemeinde-zehlendorf.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ev. Paulus-Kirchengemeinde Berlin-Zehlendorf,</a> Gemeindehaus, Teltower Damm 6, 14169 Berlin</p>



<p class="wp-block-paragraph">18. November 2026, 18 Uhr<br><strong>Berlin</strong><br><a href="https://www.gemeinde-schlachtensee.de/aktuelles">Evangelische Kirchengemeinde Schlachtensee</a>, Matterhornstraße 37/39, 14129 Berlin</p>



<p class="wp-block-paragraph">20. November 2026, 19 Uhr<br><strong>Essen</strong><br><a href="https://bille-forum.de/">Forum Billebrinkhöhe – Inklusive Kultur</a>, Billebrinkhöhe 72</p>



<p class="wp-block-paragraph">21. November 2026, 15 Uhr<br><strong>Köln</strong><br>Am Justizzentrum 5<br><em>Bürger im Gespräch</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">1. Dezember 2026, 19 Uhr<br><strong>Hamburg-HafenCity</strong><br>Ökumenische Kapelle, Shanghaiallee 12</p>



<p class="wp-block-paragraph">2. Dezember 2026, 19:30 Uhr<br><strong>Hamburg-Harburg</strong><br>Ev.-Luth. St. Johanniskirche, Bremer Straße 9</p>



<p class="wp-block-paragraph">3. Dezember 2026, 19 Uhr<br><strong>Hamburg-Eimsbüttel</strong><br>Christuskirche, Gemeindesaal, Bei der Christuskirche 2</p>



<p class="wp-block-paragraph">4. Dezember 2026, 19 Uhr<br><strong>Bielefeld</strong><br>Süsterkirche, Güsenstraße 22</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorträge von Sumaya Farhat-Naser in der Schweiz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">31. Oktober 2026, 10:30 Uhr<br><strong>Sirnach TG</strong><br><a href="https://iphg.ch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Institut für Personale Humanwissenschaften und Gesellschaftsfragen IPHG</a>, Fischingerstrasse 66</p>



<p class="wp-block-paragraph">3. November 2026, 19:30 Uhr<br><strong>Basel</strong><br><a href="https://www.khaus.ch/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kHaus</a>, Kasernenhof 8, 4058 Basel<br>Den Frieden leben – mitten im Chaos</p>



<p class="wp-block-paragraph">4. November 2026, 19 Uhr<br><strong>Bülach</strong><br><a href="https://transition-buelach.ch/hertilabor/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">HertiLabor</a>, Hertiweg 19<br>Workshop: Frieden ist lernbar! Gewaltfrei denken, fühlen, sprechen, handeln</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorträge von Sumaya Farhat-Naser in Österreich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">22. November 2026, 10 Uhr<br><strong>Rankweil</strong><br>St.-Peters-Kirche, St.-Peter-Gässele 4</p>



<p class="wp-block-paragraph">23. November 2026, 19 Uhr<br><strong>Imst</strong><br>Pfarrsaal, Pfarrgasse 15</p>



<p class="wp-block-paragraph">24. November 2026, 19 Uhr<br><strong>Innsbruck</strong><br>Haus der Begegnung, Rennweg 12</p>



<p class="wp-block-paragraph">26. November 2026, 19 Uhr<br><strong>Lienz</strong><br>Bildungshaus Osttirol, Pfarrgasse 6</p>



<p class="wp-block-paragraph">30. November 2026, 19 Uhr<br><strong>Wien</strong><br>Otto-Mauer-Zentrum, Währinger Straße 2–4, Stiege 2, Mezzanin, Tür 22<br>Gespräch mit Ille Gebeshuber: Palästinas botanisches Erbe<br><a href="https://www.weltgebetstag.at/am-30-november-sumaya-farhat-naser-palaestinas-botanisches-erbe/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weltgebetstag der Frauen in Österreich</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahrzehnten ist Sumaya Farhat-Naser eine wichtige Stimme der palästinensischen Friedensbewegung. In ihrer Heimat vermittelt sie mit Methoden der gewaltfreien Kommunikation in Frauengruppen und Jugendseminaren, wie Konflikte gewaltlos gelöst werden können. Ihre Arbeit wird seit Jahren vom Jerusalemsverein und dem Berliner Missionswerk unterstützt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/sumaya-farhat-naser-vortraege-im-oktober-bis-dezember-2026-in-deutschland-oesterreich-und-der-schweiz/">Sumaya Farhat-Naser: Vorträge im Oktober bis Dezember 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
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		<title>Palästinensischer Künstler Sliman Mansour  gestorben</title>
		<link>https://www.jerusalemsverein.de/palaestinensischer-kuenstler-sliman-mansour-ist-gestorben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henrikweinhold1007]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2026 06:51:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.jerusalemsverein.de/?p=24121</guid>

					<description><![CDATA[<p>28.08.2026 &#124; Sliman Mansour, der bedeutendste palästinensische Künstler seiner Generation, starb am 24. August 2026 im Alter von 79 Jahren. Sein Werk wurde durch den gewaltfreien Kampf gegen die israelische Besatzung und die Suche nach einer palästinensischen Identität geprägt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/palaestinensischer-kuenstler-sliman-mansour-ist-gestorben/">Palästinensischer Künstler Sliman Mansour  gestorben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">28.08.2026 | Sliman Mansour, der bedeutendste palästinensische Künstler seiner Generation, starb am 24. August 2026 im Alter von 79 Jahren. Sein Werk wurde durch den gewaltfreien Kampf gegen die israelische Besatzung palästinensischer Gebiete und die Suche nach einer palästinensischen Identität geprägt.</p>



<span id="more-24121"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Er war der Grandseigneur der palästinensischen Kunstwelt: Der am 27. Juli 1947 in Birzeit geborene Sliman Mansour prägte die Ikonographie seiner Heimat nachhaltig und trug maßgeblich dazu bei, dass sich eine zeitgenössische palästinensische Kunstszene entwickelte, die auch international Beachtung findet. Er starb am 24. August 2026 in seinem Haus in Ostjerusalem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch seine Verbindungen zum Jerusalemsverein und dem Berliner Missionswerk erlangte sein Werk auch in Deutschland Bekanntheit. Besonders eng verbunden war Mansour mit der Schule Talitha Kumi in Beit Jala. Seine jahrzehntelange freundschaftliche Beziehung zur Schule hinterließ sichtbare Spuren: Das Logo Talitha Kumis lehnt sich an das Gemälde „Symbol of Hope“ an; bei den Andachten in der Schulkirche richtet sich der Blick aller Teilnehmenden auf ein großes Mosaikbild Mansours, und ein Reliefbild ziert eine Außenwand der Schule. Auch der Entwurf der neuen Talitha-Kumi-Skulptur vor dem Haupteingang stammt von dem Künstler.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein ikonisches Gemälde: Sliman Mansours „Lastenträger“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt, dass nahezu jeder Palästinenser das Gemälde „Camel of Hardships“ („Lastenträger der Mühsal“) von Sliman Mansour kennt. Seine beispiellose Verbreitung als Poster, Postkarte oder T-Shirt machte das 1973 gemalte Bild zu einer palästinensischen Ikone. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gemälde zeigt einen Mann, der die Stadt Jerusalem wie einen Sack mit einem Lastengurt auf dem Rücken trägt. Der unter der Last stark gebückt laufende Lastenträger hat übergroße Arme, Hände und Füße. Er selbst, der gespenstische, leere Boden und der Himmel werden in fahlen Farben gehalten. Das Abbild Jerusalems mit dem optisch dominierenden Felsendom strahlt dagegen. Es hat die Form eines Auges oder Augapfels als Symbol für etwas besonders Kostbares. Das Bild drückt die überragende Bedeutung aus, die Jerusalem für die Palästinenser und ihre Identität hat. Für die meisten ist die Stadt durch Vertreibung, Exil und Abriegelung nur in der Erinnerung lebendig – die zur riesigen Last wird, aber auch einen Funken Hoffnung auf ein frei zugängliches Jerusalem in Friedenszeiten erhält.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large has-custom-css wp-custom-css-5aaf7e05"><img decoding="async" width="349" height="480" src="https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/sliman-mansour-camel-of-hardships-349x480.jpg" alt="Gemälde „Lastenträger der Mühsal“ (1973) von Sliman Mansour: Das Gemälde zeigt einen Mann, der die Stadt Jerusalem wie einen Sack mit einem Lastengurt auf dem Rücken trägt. Der unter der Last stark gebückt laufende Lastenträger hat übergroße Arme, Hände und Füße. Er selbst, der gespenstische, leere Boden und der Himmel werden in fahlen Farben gehalten." class="wp-image-24127" srcset="https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/sliman-mansour-camel-of-hardships-349x480.jpg 349w, https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/sliman-mansour-camel-of-hardships-225x309.jpg 225w, https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/sliman-mansour-camel-of-hardships.jpg 360w" sizes="(max-width: 349px) 100vw, 349px" /><figcaption class="wp-element-caption">„Lastenträger der Mühsal“ (1973)</figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column has-custom-css is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow wp-custom-css-7521d3a9" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph" style="font-style:normal;font-weight:400">Mansour malte drei Versionen des Gemäldes „Jamal Al-Mahamel“ &#8211; so der arabische Titel. Die erste Version von 1973 galt längere Zeit als verschollen. 2015 kündigte das Auktionshaus Christie’s als Highlight seiner Frühjahrsauktion in Dubai die Versteigerung der zweiten Version an. Nach der Veröffentlichung des Katalogs meldete sich ein Sammler aus London, der glaubte, die erste Version zu besitzen, was spätere Untersuchungen bestätigten. Die Version, die in Dubai versteigert wurde, war in Wahrheit die dritte, etwas farbigere Version von 2005. Und die zweite? Diese Version von 1975 erwarb interessanterweise der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi. Das Gemälde wurde 1986 bei einem US-Militärschlag gegen Libyen vernichtet.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Kindheit in der Region Bethlehem</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Künstler wurde am 27. Juli 1947 in Birzeit, einem Dorf nördlich von Ramallah, geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters zog die Mutter mit ihren sechs Kindern nach Jerusalem. Sliman besuchte in Bethlehem die lutherische Schule und lebte im benachbarten Beit Jala im Jungeninternat. Seine künstlerische Begabung zeigte sich früh, und er wurde von dem deutschen Kunstlehrer Felix Theis gefördert. Als Jugendlicher verdiente er sich mit dem Malen von Porträts nach der Vorlage von Fotos sein Taschengeld. Mit fünfzehn Jahren gewann der Schüler einen hochdotierten UN-Kinder-Malwettbewerb. Nach dem Abschluss der Schule studierte er in Westjerusalem an der renommierten Bezalel-Akademie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Künstlerischer Kampf gegen die Besatzung palästinensischer Gebiete</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sliman Mansour war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der Künstlervereinigung „Rabita“, die ab 1975 in den besetzten palästinensischen Gebieten Ausstellungen organisierte und Kunstreproduktionen verbreitete. 1979 eröffnete er zusammen mit Isam Bader und Nabil Anani die „Galerie 79“, die erste Kunstgalerie in Ramallah. Im September 1980 wurde dort eine Ausstellung mit Bildern Mansours vom israelischen Militär kurz nach der Eröffnung geschlossen und die Galeristen verhört. Auch in den folgenden Jahren geriet Mansour in Konflikt mit der israelischen Militärverwaltung. Er wurde häufig verhört und mehrmals wegen Volksverhetzung angeklagt und zu kürzeren Haftstrafen verurteilt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mansour ließ sich jedoch nicht davon abhalten, weiterhin kritische Ausstellungen zusammen mit palästinensischen sowie auch linken israelischen Künstlern zu organisieren. Sie trugen Titel wie „Nieder mit der Besatzung“ (1985) oder „Für die Entstehung eines palästinensischen Staates“ (1987). 1992 war Mansour Mitbegründer des Al-Wasiti-Kunstzentrums, das 1994 in Jerusalem mit ihm als Direktor offiziell eröffnet wurde und viele Jahre zu einem wichtigen Instrument der Förderung palästinensischer Kunst wurde. Neben seiner zentralen Rolle bei der Organisation der palästinensischen Kunstwelt erwarb er sich Verdienste als Dozent in der Förderung des künstlerischen Nachwuchses, u. a. an der Al-Quds-Universität, und erforschte die palästinensische Kultur. Er veröffentlichte zwei Bücher über palästinensische Folklore mit einem Schwerpunkt auf der traditionellen Kleidung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kunst zwischen Politik und Gesellschaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das künstlerische Werk von Mansour hatte starke gesellschaftliche Bezüge und war explizit politisch. Stilistisch hatten viele Gemälde eine Nähe zum Sozialistischen Realismus, etwa Werke, die Menschen bei der Landarbeit zeigen. Eine überragende Stellung nahmen Frauenbildnisse in seinem Œuvre ein. Die abgebildeten Frauen waren lebensspendend; sie ernährten und bewahrten. Mansour setzte sich in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft mit diesen Werken konsequent für die Würde der Frauen ein. „Eine Frau trägt Jerusalem“ (1979) war das Gegenstück zum „Lastenträger der Mühsal&#8220; (1973). Hier ruht eine kreisrunde Repräsentation von Jerusalem in den Armen einer Frau und hält die Erinnerung an ein frei zugängliches Jerusalem in Friedenszeiten wach.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="720" height="480" src="https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/rituale-unter-besatzung-sliman-mansour.jpg" alt="Das Gemälde „Rituale unter der Besatzung“ (1989) von Sliman Mansour zeigt eine Menschenmenge, die ein riesiges Steinkreuz mit aufgemalter palästinensischer Flagge wie einen Sarg trägt. " class="wp-image-24128" srcset="https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/rituale-unter-besatzung-sliman-mansour.jpg 720w, https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/rituale-unter-besatzung-sliman-mansour-495x330.jpg 495w, https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/rituale-unter-besatzung-sliman-mansour-225x150.jpg 225w, https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/rituale-unter-besatzung-sliman-mansour-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 720px) 100vw, 720px" /><figcaption class="wp-element-caption">„Rituale unter der Besatzung“ (1989)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei vielen Werken erschließt sich ein politisches Anliegen Mansours auf den ersten Blick: „Tag der Gefangenen“ (1980) zeigt eine palästinensisch schwarz-weiße gemusterte Taube, die die Stäbe eines Gefängnisfensters durchbricht, und „Rituale unter der Besatzung“ (1989) zeigt eine Menschenmenge, die ein riesiges Steinkreuz mit aufgemalter palästinensischer Flagge wie einen Sarg trägt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei anderen Werken überwiegt eine subtile künstlerisch-emotionale Durchdringung eines Themenkreises, der sich um die Vertreibung der Palästinenser aus ihren Dörfern im Jahr 1948, die israelische Besatzung palästinensischer Gebiete nach dem Sechstagekrieg 1967 und den Folgen für die Palästinenser dreht. Dazu gehört „Beit Dajan“ (1988), ein kleinformatiges Werk, bei dem Mansour auch Naturmaterialien wie Lehm und Kokosfasern benutzte. Das Bild zeigt mit einer abstrakten Formensprache die Kartographie eines nach der Vertreibung zerstörten Dorfes und hält die Erinnerung an ein Dorfleben inmitten der Natur wach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit „Birzeit“ (2006) porträtierte Mansour sein Heimatdorf. Es ist ein großformatiges, farbloses Werk aus Lehm mit einer vertikalen Dreiteilung: Links und rechts sind die Umrisse eines Mannes zu sehen, in der Mitte eine Olivenbaumplantage. Der Mann scheint links in das Bild hineinzugehen und rechts aus ihm herauszutreten. Die drei Teile werden durch Trennlinien und eine unterschiedliche Struktur der Lehmstücke hart voneinander getrennt. Das Bild strahlt Abgrenzung, Fragmentierung und Trostlosigkeit aus. Mensch und (ökonomisch genutzte) Natur sind voneinander abgetrennt. So sah Mansour seine Heimat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue künstlerische Periode: Mansours Arbeiten mit Naturmaterialien</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Arbeiten Mansours mit Naturmaterialien wie Lehm wurde ein Einfluss der Großmutter mütterlicherseits deutlich, mit der er in seiner Jugend viel Zeit verbrachte. Sie war eine Töpferin, die Tonkrüge herstellte und häufig das Haus ihrer Familie mit traditionellen Baumaterialien – Stroh und Lehm – ausbaute und instand hielt. Nachdem die Israelis 1996 die Einfuhr palästinensischer Früchte und anderer Waren verboten hatten und Mansour sowie andere palästinensische Künstler beschlossen, keinen Künstlerbedarf wie Ölfarben mehr in Israel zu kaufen, wurde die Arbeit mit traditionellen einheimischen Materialien für ihn zum Konzept. Es entstanden Werke aus Lehm mit einer bewusst brüchigen Oberfläche, die die Brüche und Fragmentierungen im palästinensischen Leben widerspiegelten. </p>



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<figure class="wp-block-image size-large has-custom-css wp-custom-css-a5cecc81"><img loading="lazy" decoding="async" width="349" height="480" src="https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/sliman-Mansour-Ich-Ismael-1996-Detail-349x480.jpg" alt="„Ich, Ismael“ (1996) von Sliman Mansour: Man sieht einen Ausschnitt des Werkes. Ein aus Lehm geformtes Gesicht ragt als Relief heraus. Der Lehm weist viele Bruchstellen auf." class="wp-image-24129" srcset="https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/sliman-Mansour-Ich-Ismael-1996-Detail-349x480.jpg 349w, https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/sliman-Mansour-Ich-Ismael-1996-Detail-225x309.jpg 225w, https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/sliman-Mansour-Ich-Ismael-1996-Detail.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 349px) 100vw, 349px" /><figcaption class="wp-element-caption">Detail aus „Ich, Ismael“ (1996)</figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph" style="font-style:normal;font-weight:400">Zu diesen Werken gehörte auch eine Reihe von Selbstporträts wie „Ich, Ismael“ (1996). Auf einer rechteckigen, mit Lehm bedeckten Holzplatte ist das modellierte Relief eines Mannes zu sehen. Im Sand liegend und mit faustgroßen Steinen umringt hat dieses Selbstporträt den Charakter einer Installation, die vielfältige Assoziationen weckt, zum Beispiel die eines Grabes. Im biblischen Schöpfungsbericht wurde Adam, der Mensch, aus Erde gemacht, und ihm wurde gesagt, dass er wieder zur Erde werden solle. Der Titel „Ich, Ismael“ bezieht sich auf eine biblische Gestalt, den erstgeborenen Sohn Abrahams, der zum Stammvater der Araber wurde.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Überall Fragmentierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Frage, wie die Besatzung palästinensischer Gebiete die Palästinenserinnen und Palästinenser prägt, dreht sich auch eine Werkgruppe aus dem Jahr 2009 („Qalandia Checkpoint“, „Between the Wall Pieces“ u. a.). Sie stellt Menschen dar, die an den Checkpoints warten und dabei geradezu einfrieren. Mansour zeigt, wie die Checkpoints, Mauern und Grenzanlagen die Landschaft, die Menschen und ihr Alltagsleben verändern und prägen. Es wird deutlich, wie stark die Zeit der Palästinenser fremdbestimmt ist und ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Auf dem Gemälde „At the Wall“ verschmelzen drei Personen als Statuen mit Mauerfragmenten: Aus der Fragmentierung des Landes folgt eine Fragmentierung der Gesellschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sliman Mansours Wandgemälde im Palästinensischen Museum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sliman Mansour war auch in seinen späten Jahren sehr produktiv. Dabei kehrte er einerseits zum Stil seiner realistischen Arbeiten aus den 70er und 80er Jahren zurück, andererseits zu den abstrakten Werken aus Naturmaterialien. Eine seiner letzten Arbeiten war ein großes Wandrelief (12 x 6 Meter) aus Lehm im Palästinensischen Museum. „On the Wing of an Angel“ stellt eine abstrakte Landkarte der Jerusalemer Altstadt dar. Es gehört zu einer im Dezember 2024 eröffneten Ausstellung in dem Kunstmuseum, für die auch langjährige künstlerische Weggefährten Mansours große Wandgemälde schufen: Nabil Anani, Tayseer Barakat und Vera Tamari. Mit ihnen gründete Mansour in der Zeit der Ersten Intifada die Künstlergruppe „New Visions“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seiner Kunst berührte Sliman Mansour viele Menschen und inspirierte Generationen von palästinensischen Künstlerinnen und Künstlern. „Der Welt hinterlässt er ein Leben voller Schönheit und Erinnerungen sowie ein Vermächtnis, das durch all jene Menschen weiterleben wird, deren Leben er geprägt hat“, erklärte seine Familie nach seinem Ableben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Henrik Weinhold</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Titelbild: <br>Links: Sliman Mansour vor der von ihm entworfenen Talitha-Kumi-Skulptur auf dem Schulgelände. Rechts: „Eine Frau trägt Jerusalem“ (1979) </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Quellen und Links</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.thenationalnews.com/arts/highlight-of-christies-auction-is-suleiman-mansours-jamal-al-mahamel-iii-camel-of-burdens-1.37533">Highlight of Christie’s auction is Suleiman Mansour’s Jamal Al Mahamel III (Camel of Burdens)</a><br>The National, 17.03.2015</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.palmuseum.org/en/about/press-and-media/news/palestinian-museum-unveils-murals-artists-new-visions-group" data-type="link" data-id="https://www.palmuseum.org/en/about/press-and-media/news/palestinian-museum-unveils-murals-artists-new-visions-group" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Palestinian Museum Unveils Murals by Artists of the “New Visions&#8220; Group</a><br>The Palestinian Museum, 09.12.2024</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://palmuseum.org/en/node/4508">On the Wing of an Angel</a><br>The Palestinian Museum, 2024</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.instagram.com/sliman.mansour/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram-Seite von Sliman Mansour</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Faten Nastas Mitwasi (2008): Sliman Mansour. Michael Imhof Verlag, Petersberg.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/palaestinensischer-kuenstler-sliman-mansour-ist-gestorben/">Palästinensischer Künstler Sliman Mansour  gestorben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bundesverdienstkreuz für stellvertretende Vorsitzende Sybille Möller-Fiedler</title>
		<link>https://www.jerusalemsverein.de/bundesverdienstkreuz-fuer-stellvertretende-vorsitzende-sybille-moeller-fiedler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henrikweinhold1007]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 07:33:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.jerusalemsverein.de/?p=24106</guid>

					<description><![CDATA[<p>26.08.2026 &#124; Für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit im Jerusalemsverein sowie für die Kirche und die CDU hat der Bundespräsident der stellvertretenden Vorsitzenden Sybille Möller-Fiedler das Bundesverdienstkreuz verliehen. Die Auszeichnung wurde ihr am 24. August 2026 von Staatsrat Jan Pörksen im Hamburger Rathaus überreicht.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">26.08.2026 | Für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit im Jerusalemsverein sowie für die Kirche und die CDU hat der Bundespräsident der stellvertretenden Vorsitzenden Sybille Möller-Fiedler das Bundesverdienstkreuz verliehen. </p>



<span id="more-24106"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Sybille Möller-Fiedler wurde am 24. August 2026 das Bundesverdienstkreuz von Staatsrat Jan Pörksen im Hamburger Rathaus überreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die stellvertretende Vorsitzende des Jerusalemsvereins ist seit einem Freiwilligendienst bei Holocaustüberlebenden 1982/1983 und einem Schüleraustausch ihrer Kirchengemeinde Hamburg-Eidelstedt mit der Schule Talitha Kumi in Beit Jala (Palästina) eng mit dem Heiligen Land verbunden. Seit 2016 ist sie Mitglied im Vorstand des Jerusalemsvereins.<br><br>In ihrer Dankesrede betonte Sybille Möller-Fiedler, dass sie in ihrem Engagement immer wieder die Erfahrung mache, dass es für ein gelingendes Miteinander in Vielfalt Begegnungen von Menschen braucht. Dies gelte in Deutschland wie überall auf der Welt. Bei ihrer Arbeit für den Jerusalemsvereins müsse sie aber ein zunehmendes Abhandenkommen des Miteinanders der verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Heiligen Land feststellen.<br><br>Mit Entsetzen verfolge sie die Menschenrechtsverletzungen im Heiligen Land: erst das schreckliche Massaker der Hamas, dann der anschließende Gaza-Krieg und die in letzter Zeit dramatisch eskalierende Siedlergewalt im Westjordanland, der kein Einhalt geboten werde. Es sei weder antisemitisch noch israelfeindlich, das menschen- und völkerrechtswidrige Verhalten der in Teilen rechtsextremen israelischen Regierung zu kritisieren, so Möller-Fiedler. „Wenn uns hier in Deutschland Menschenrechte und das nach dem zweiten Weltkrieg geschaffene internationale Völkerrecht am Herzen liegen, müssen wir deutlicher werden. Auch, aber nicht nur unseren christlichen Glaubensgeschwistern zuliebe. Worte reichen nicht mehr – es ist Zeit zum Handeln. Zeit für Sanktionen!“<br><br>Sybille Möller-Fiedler betonte, dass Deutschland aufgrund der Geschichte eine besondere Verantwortung für den Staat Israel habe. &#8222;Dies könne aber nicht bedeuten, dass wir hinwegschauen über das Unrecht, das gerade geschieht: Menschenrechte und Menschenwürde sind unteilbar und gelten für alle, für Israelis wie für Palästinenser.&#8220;</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: Felix Fiedler</p>
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		<title>Im Schatten des Gaza-Krieges</title>
		<link>https://www.jerusalemsverein.de/im-schatten-des-gaza-krieges/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henrikweinhold1007]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Aug 2026 10:09:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>10.08.2026 &#124; Immer mehr palästinensische Christinnen und Christen sind von struktureller staatlicher Gewalt betroffen, die teils von jüdischen Siedlern, teils vom israelischen Militär ausgeübt wird.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">10.08.2026 | Immer mehr palästinensische Christinnen und Christen sind von struktureller staatlicher Gewalt betroffen, die teils von jüdischen Siedlern, teils vom israelischen Militär ausgeübt wird.</p>



<span id="more-24070"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem 7. Oktober 2023 ist nichts mehr wie es vorher war. Seitdem hat sich so viel getan, was gar nicht so recht in Worte zu fassen ist. Die Terror-Attacke der Hamas, das Geiseldrama, das nicht aufgearbeitete Versagen der Politik: Das lässt viele Israelis bis heute völlig verzweifeln. Der Iran- und Libanonkrieg haben die Menschen in der Region weiter aufgewühlt. Spürbar sind eine große Erschöpfung und Perspektivlosigkeit auf allen Seiten, ob bei Israelis oder Palästinenser, ob bei Juden, Christen oder Muslimen. Dazu die Hungerskatastrophe im Gaza-Streifen vor den Augen der Welt. So viele Tote und immer mehr Leid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Schatten der Kriege baut die rechtsgerichtete israelische Regierung in rasantem Tempo die für eine Demokratie nötige Gewaltenteilung ab und weitet ihre Kontrolle über den Staatsapparat aus. Und in der Westbank gibt es in zunehmender Zahl Übergriffe radikaler jüdischer Siedler, die unter dem Schutz des israelischen Militärs in palästinensische Dörfer einfallen, Häuser besetzen, plündern oder zerstören. Das betrifft Christen wie Muslime gleichermaßen. Die Menschen haben schon lange keinen normalen Alltag mehr. Gerade die Kinder sind traumatisiert. Eine junge Frau aus Bethlehem sagte in diesen Tagen am Telefon: „Wir leben, aber das Leben hat keine Bedeutung&#8220;. Und jüdische Freunde in Tel Aviv und Haifa pendeln bei Raketenalarm zwischen Bunker und Wohnung, suchen Schutz und finden keine Ruhe. Und viele Menschen im Iran leiden nicht nur durch die Diktatur, in der sie leben müssen, sondern sind voller Angst und Trauer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Immer mehr Gewalt gegen Christen und Muslime – kein Schutz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Immer mehr palästinensische Christinnen und Christen sind von der strukturellen staatlichen Gewalt betroffen, die teils von jüdischen Siedlern, teils vom israelischen Militär ausgeübt wird. Dazu kommen Landenteignungen, der fortschreitende Siedlungsbau sowie Straßensperren und Checkpoints, die die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränken und eine wirtschaftliche Entwicklung verhindern. Und die korrupte Palästinensische Autonomie-Behörde ist ohne politische Legitimation und hat jeglichen Rückhalt in der Gesellschaft verloren und kann die Minderheit der Christen nicht wirklich gegenüber radikalen Muslimen schützen. Dieser recht- und schutzlose Alltag der Menschen in der Westbank und in Ost-Jerusalem gerät aktuell immer mehr aus dem Blick.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verhaftung der jungen Christin Natalie Abu Dayyeh Wie dramatisch die Lage ist, veranschaulicht ein korrektes Beispiel dieser Tage: In der Nacht des 2. Juni wurde die 21jährige Natalie Abu-Dayyeh, Tochter einer hochangesehenen evangelisch-lutherischen Familie aus der evangelischen Gemeinde in Beit Jala bei Bethlehem, zusammen mit anderen Mitstudent*innen vom israelischen Militär im Studenten-Wohnheim in Birzeit bei Ramallah aus dem Bett heraus verhaftet. Nach einer kurzen Zeit im Ofer-Militärgefängnis bei Ramallah sind Natalie und die anderen jungen Frauen im Damon-Gefängnis bei Haifa im Norden des Staates Israel verlegt worden. Schon diese Verlegung ist völkerrechtlich nicht statthaft, weil eine Person, die in von einem Land besetzten Gebiet verhaftet wird, nicht in das Staatsgebiet des besetzenden Landes gebracht werden darf. Dies erfüllt den <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1951/300_302_297/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tatbestand einer unzulässigen Deportation</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natalie ist Christin und wie ihre Familie in der Gemeinde engagiert. Sie ist Absolventin der deutsch-palästinensischen Evangelisch-Lutherischen UNESCO-Friedensschule Talitha Kumi, einer deutschen Auslandsschule, deren Träger das Berliner Missionswerk ist. Natalie war zudem Mitglied der palästinensischen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft. Zurzeit studiert sie in der Birzeit-Universität Medien und Journalismus. Warum sie verhaftet wurde? Niemand weiß es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eltern sind schier verzweifelt angesichts der Lage und voller Sorge, dass Natalie, physische, psychische oder auch sexualisierte Gewalt angetan wird. Bekanntermaßen ist die Menschenrechtslage für palästinensische Gefangene in den israelischen Gefängnissen katastrophal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Veröffentlichte Berichte der Ombudsstelle des Justizministeriums in Jerusalem zeichnen ein erschütterndes Bild der Haftbedingungen palästinensischer Sicherheitsgefangener in israelischen Gefängnissen. Die staatlichen Inspektoren dokumentieren systematische Gewalt durch Wärter, chronischen Nahrungsmangel, medizinische Vernachlässigung sowie katastrophale hygienische Zustände, die zu Krankheitsausbrüchen führen“, so auch die <a href="https://www.juedische-allgemeine.de/israel/katastrophale-zustaende/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jüdische Allgemeine</a> in einem Artikel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist laut Oberstem Gerichtshof der israelische Gefängnisdienst gesetzlich verpflichtet, grundlegende Lebensbedingungen zu gewährleisten, einschließlich ausreichender Nahrung. Um das zu überprüfen, wird trotz Gerichtsbeschluss <a href="https://www.fr.de/politik/israel-muss-rotes-kreuz-zu-palaestinensischen-haeftlingen-lassen-94336869.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dem Roten Kreuz bis heute der Zugang verweigert</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein persönlicher Kontakt zu ihrer Tochter ist den Eltern seit über einem Monat verwehrt. Nicht einmal digital konnten die Eltern mit ihr sprechen, nur einmal haben sie sie kurz gesehen über das Handy ihres Rechtsanwaltes. Für einen Besuch in Israel benötigen die Eltern eine Einreisegenehmigung, die sie als Bewohner der Westbank nicht bekommen. Der von ihr gewünschte geistliche Beistand durch ihren Ortspfarrer Ashraf Tannous, der als Jerusalemer Bürger die Möglichkeit hätte, Natalie in einem Gefängnis im Staat Israel zu besuchen, wird aktuell nicht gewährt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natalie kann nach israelischem Militärrecht zunächst sechs Monate ohne Anklage und Gerichtsverfahren festgehalten werden, eine Frist, die dann einfach wieder verlängert werden kann &#8211; ohne Begründung. Schon mehrmals wurde ein Anhörungstermin vor Gericht verschoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese zermürbende Lage für Natalie und ihre Familie geht weiter: Viel Hoffnung lag auf einer gerichtlichen Anhörung am 22. Juli, die nach viermaliger Verschiebung endlich stattgefunden hat. Doch was kam, war mehr als ernüchternd: die Haft von Natalie wurde ohne Begründung und weiter ohne Erhebung einer konkreten Anklage bis 23. September verlängert. Das wären dann über drei (!) Monate in Haft, ohne zu wissen warum, ohne dass die Eltern einen persönlichen Zugang erhalten haben. Gott sei Dank scheint Natalie soweit körperlich unversehrt, die seelischen Belastungen sind gleichwohl enorm. Auf Betreiben der Rechtsanwälte der Familie ist nun doch ein neuer Anhörungstermin auf den 18. August gelegt worden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Adminstrativhaft verunsichert die Familien – viele Minderjährige in Haft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Natalie ist kein Einzelfall: Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass sich über 3.200 Menschen, darunter ca. 400 Minderjährige in sogenannter „Administrativ-Haft“ ohne reguläres Verfahren befinden. d. h. ohne Haftbefehl und ohne Anklage . Die menschenrechts- und völkerrechtswidrige Praxis in Gefängnissen, in denen Palästinenser*innen inhaftiert sind, wird von der EU und unseren engsten Verbündeten schon länger kritisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem sind die palästinensischen Familien überall in den besetzten Gebieten in dauernder Anspannung und voller Sorge. Sie lassen vielfach ihre Kinder gar nicht mehr aus dem Haus oder in ein Kino gehen aus lauter Angst, dass ihre Kinder verhaftet werden und in einem israelischen Gefängnis über Monate verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die unsichere Gesamtlage hat dazu geführt, dass bereits mehrere hundert christliche Großfamilien das Land verlassen haben und ausgewandert sind. Die Region zwischen Jerusalem, Bethlehem, Beit Sahour und Ramallah droht „christenfrei“ zu werden. Dürfen wir dieser Entwicklung weiterhin einfach nur zuschauen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist weder antisemitisch noch israelfeindlich, das menschen- und völkerrechtswidrige Verhalten einer rechtsgerichteten bis rechtsextremen Regierung zu kritisieren. Wenn uns hier in Deutschland Menschenrechte und das nach dem zweiten Weltkrieg geschaffene internationale Völkerrecht am Herzen liegen, müssen wir deutlicher werden. Auch, aber nicht nur unseren Glaubensgeschwistern zuliebe. Wir haben aufgrund unserer Geschichte eine besondere Verantwortung für den Staat Israel. Dies kann aber nicht bedeuten, dass wir hinwegschauen über das Unrecht, das geschieht: Menschenrechte und Menschenwürde sind unteilbar und gelten für alle, für Israelis wie Palästinenser.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Pfarrer Dr. Andreas Goetze</em><br>ist <em>Referent im Fachbereich interreligiöser Dialog sowie für den Nahen und</em> <em>Mittlerer Osten im Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW in Frankfurt a.M., Vorstandsmitglied im Jerusalemsverein und im diak e.V. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Diplom-Volkswirtin Sybille Möller-Fiedler</em><br><em>ist stellvertretende Vorsitzende des Jerusalemsvereins. Von 2015 bis 2026 war sie Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Hamburg (EAK) und gehörte von 2015 bis 2022 dem EAK Bundesvorstand an.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><em>Quellen und Links</em></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px">Die Zahlen zu den palästinensischen Häftlingen schwanken. Hier werden sie nach Angaben der  israelischen Menschenrechtsorganisation HAMoked, die kostenlosen Rechtsbestand für Palästinenser in Adminstrativhaft leistet, wiedergegeben (<a href="https://hamoked.org/prisoners-charts.php" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hamoked.org</a>) sowie nach<a href="https://hamoked.org/prisoners-charts.php"> </a>Angaben der NGO B’Tselem (<a href="https://www.btselem.org/administrative_detention/statistics" target="_blank" rel="noreferrer noopener">btselem.org</a>). Die Dunkelziffer liegt höher. Rechnet man noch die „unrechtmäßigen Kombattanten“ hinzu, also Personen, die direkt oder indirekt an bewaffneten Feindseligkeiten beteiligt gewesen sein sollen, sind um die <a href="https://www.facebook.com/btselem/posts/as-of-march-2026-some-9446palestinians-are-held-in-israeli-prisons-4691-of-them/1399433858894348/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">9.500 Personen in Administrativhaft</a>.  Im Herbst 2025 gab es nach Recherchen der Zeit <a href="https://www.zeit.de/politik/2025-09/palaestinenser-haft-israel-gaza" target="_blank" rel="noreferrer noopener">über 11.000 palästinensische Sicherheitsgefangene</a>. (Stand: 03.07.2026)</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><em>Der Beitrag erschien ursprünglich in einer etwas kürzeren Fassung in: Evangelische Verantwortung, Das Magazin des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, Ausgabe 7+8/ 2026, S. 13-14: <a href="https://www.eak-cducsu.de/sites/www.eak.cdu.de/files/ev_0708_26_web.pdf">https://www.eak-cducsu.de/sites/www.eak.cdu.de/files/ev_0708_26_web.pdf</a></em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: Kirche der Hoffning in Ramallah (ELCJHL)</p>
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		<title>Siedlerangriff auf Taybeh &#8211; Baumaßnahmen für Außenposten beobachtet</title>
		<link>https://www.jerusalemsverein.de/siedlerangriff-auf-taybeh-baumassnahmen-fuer-aussenposten-beobachtet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henrikweinhold1007]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2026 14:27:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.jerusalemsverein.de/?p=23986</guid>

					<description><![CDATA[<p>06.08.2026 &#124; Taybeh, das einzige vollständig christliche Dorf im Westjordanland, gerät zunehmend unter Druck durch israelische Siedler. Im Juni kam es erneut zu gewalttätigen Angriffen. Anfang Juli werden Baumaßnahmen für einen Außenposten beobachtet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/siedlerangriff-auf-taybeh-baumassnahmen-fuer-aussenposten-beobachtet/">Siedlerangriff auf Taybeh &#8211; Baumaßnahmen für Außenposten beobachtet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">06.08.2026 | Taybeh, das einzige vollständig christliche Dorf im Westjordanland, gerät zunehmend unter Druck durch israelische Siedler. Im Juni kam es erneut zu gewalttätigen Angriffen. Anfang Juli wurden Baumaßnahmen für einen Siedlungs-Außenposten beobachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war nicht der erste Angriff auf die Bewohner Taybehs durch gewaltbereite Siedler. <a href="https://www.jerusalemsverein.de/erneute-siedlergewalt-gegen-christliches-dorf-taybeh/" data-type="post" data-id="19316">Letzten Sommer terrorisierten Siedler das Dorf </a>und legten Brände. Taybeh erlebte daraufhin eine Welle der Solidarität von Vertretern aus Politik und Kirchen. Am 9. Juni 2026 griffen die Siedler erneut an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Siedler stiften Brand und schießen mit scharfer Munition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenüber Caritas Canada beschrieb der anglikanische Pfarrer Bashar Fawadleh die Geschehnisse. Demnach legten Siedler in der Nähe einer Tankstelle Brände. Da die palästinensische Feuerwehr anfangs nicht einschreiten konnte &#8211; die Sicherheitskoordination mit den israelischen Behörden gelang nicht &#8211; versuchten junge Bewohner Taybehs den Brand zu löschen. Sie wurden aber von den Siedlern daran gehindert und angegriffen. Bei diesem Angriff schossen die Siedler auch mit scharfer Munition. Das Feuer konnte schließlich gelöscht werden, nachdem die palästinensische Feuerwehr eine Erlaubnis für ihren Einsatz erhalten hatte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pfarrer aus Taybeh: Wir wollen in Frieden leben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pfarrer Fawadleh betont: &#8222;Was wir erleben, ist keine Reihe vereinzelter Vorfälle, sondern ein anhaltendes Muster von Einschüchterung und ungerechtfertigter Gewalt, das unser Grundrecht auf Sicherheit und Würde untergräbt &#8230; Wir rufen daher die internationale Gemeinschaft, befreundete Nationen, Menschenrechtsorganisationen, Kirchen und humanitäre Einrichtungen dazu auf &#8230; wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die eskalierenden Angriffe auf Taybeh und seine Bewohner zu stoppen. Taybeh &#8230; verdient Schutz, Würde und Frieden – nicht Angst, Einschüchterung und wiederkehrende Gewalt &#8230; Wir wollen in Frieden leben. Wir wollen, dass unsere Kinder in Sicherheit aufwachsen und unsere Familien ein normales Leben führen können, genau wie die Menschen überall sonst auf der Welt. Dies ist ein grundlegendes Menschenrecht, das geachtet und geschützt werden muss.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Anfang Juli beobachten Einwohner Taybehs im östlichen Bereich des Ortes zunehmende Aktivitäten von Siedlern, die wie Vorbereitungen für die Errichtung eines Siedlungsaußenpostens. Betroffen ist der Ortsteil Jabal al-Massis, in dem Siedler im Juni Brände legten legten und Dorfbewohner angriffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meist mit Zelten, Wohnwagen und einfachen Hütten spontan und ohne israelische Baugenehmigung errichteten Außenposten wurden in der Vergangenheit auch von israelischen Gerichten als illegal angesehen und einige von ihnen geräumt. Nach dem Völkerrecht sind sowohl die Siedlungen als auch die Außenposten illegal. Die Zahl der Außenposten ist seit dem 7. Oktober 2023 stark gewachsen.    </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.jerusalemsverein.de/wp-content/uploads/Menschenwuerde-Palaestina-Israel_ILB_2026_2.pdf#page=22">In unserer Zeitschrift &#8222;Im Lande der Bibel&#8220; (Ausgabe 2/2026) berichtet Pfarrer Bashar Fawadleh über die Situation in Taybeh (PDF-Datei) >></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Quellen und Links</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://devp.org/en/taybeh-burning">Taybeh burning: Israeli settlers set Christian village alight, impede firefighters</a><br>Caritas Canada, <time>12.06.2026</time></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.christiannewswire.com/new-settler-outpost-being-established-overlooking-taybeh-the-west-banks-last-entirely-christian-town/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">New Settler Outpost Being Established Overlooking Taybeh, the West Bank’s Last Entirely Christian Town</a><br>Christian Newswire, 06.07.2026  </p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:14px">Foto: Bei der Kirchenruine St. Georg in Taybeh verübten radikale Siedler wiederholt Brandanschläge (SeeSaw GmbH /Shutterstock)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.jerusalemsverein.de/siedlerangriff-auf-taybeh-baumassnahmen-fuer-aussenposten-beobachtet/">Siedlerangriff auf Taybeh &#8211; Baumaßnahmen für Außenposten beobachtet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.jerusalemsverein.de">Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk</a>.</p>
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