Kreativ, informativ, bewegend: Weltgebetstag 2024 in Deutschland

06.03.2024 | In den letzten Tagen erreichte uns eine Vielzahl von Berichten, die die Vielfalt und Kreativität zeigen, mit der Kirchengemeinden in ganz Deutschland den Weltgebetstag begangen haben.

Am ersten Freitag im März wird rund um den Globus der Weltgebetstag gefeiert. Die Liturgie für diesen Gottesdienst wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land erarbeitet. Am 1. März dieses Jahres kam die Liturgie aus Palästina. Die ersten dieser Berichte von Weltgebetstags-Gottesdiensten veröffentlichen wir hiermit. (Update: 25.03.24)

Sybille Möller-Fiedler, Stellvertretende Vorsitzende des Jerusalemsvereins

 

Weltgebetstag 2024 in Hundelshausen/Dohrenbach

In der Kirchengemeinde Hundelshausen/Dohrenbach haben wir einen hoffnungsvollen Gottesdienst gefeiert. Ich denke es ist uns gelungen, die Besucher:innen zu informieren, Sumud zu verbreiten und die Sichtweisen zu erweitern.

Nach einer Länderinformation brachten wir die uns bedrückenden Lasten mit einem Stein unter die Olivenbäume auf den Altar, zündeten die Friedenskerze aus Bethlehem an und der Gottesdienst konnte beginnen. Die Geschichten der drei palästinensischen Frauen haben wir mit der Tischszene verstärkt und das Lied „Friedensweg“ in den Bankreihen getanzt – das hat für Auflockerung gesorgt. Das Friedensbändchen haben wir auch eifrig geschwungen. Musikalisch begleitete eine extra für den Gebetstag formierte musikalische Gruppe mit Geige, Flöten und Klavier die schönen Lieder. „Lei la la lei la“ hat Lebensfreude gebracht. Und natürlich sorgte ein reichhaltiges Buffet dafür, dass bei gutem landestypischem Essen gute Gespräche geführt wurden. Auch nicht zuletzt die Höhe der Spenden hat gezeigt, dass die Botschaft angekommen ist und ein Friedensband geknüpft wurde. Jetzt ruhen wir uns ein wenig aus und lassen alles nachklingen.

Alice Brübach

 

Weltgebetstag in Leutenbach (Baden-Württemberg)

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Fotos: Miriam Lämmle-Gorbach

Etwa 100 Menschen aus drei Konfessionen waren beim Gottesdienst zum Weltgebetstag in der Johanneskirche Leutenbach beteiligt, darunter Nida Friedrich, geb. Salah, die zur griechisch-orthodoxen Kirche gehört und von den Menschen, dem Land und ihrer Familiengeschichte in Beit Jala erzählte. Besonders die in der Liturgie formulierten Bitten um Gerechtigkeit für die Menschen in Palästina und um Frieden mit Israel wurden von den Leutenbacher Frauen angesichts des Krieges und der tagtäglichen Nachrichten von Hunger und Tod im Gazastreifen inständig, ja verzweifelt im Gebet vorgetragen. Trotzdem hat auch dieser Weltgebetstag Raum gegeben für den kulturellen Reichtum, der von Frauen des Weltgebetstagslandes tradiert wird. Der Altarraum war farbig geschmückt mit Teppichen, mit Kreuzstich bestickten Kissen und Kleidern und der traditionellen Keramik aus Hebron. Zum anschließenden Essen gab es neben Hummus und Za´atar eine große Vielfalt weiterer palästinensischer Gerichte, die wir nach den Rezepten des WGT nachgekocht haben.

Susanne Blatt, Vertrauenspfarrerin des Jerusalemsvereins

 

Weltgebetstag in Siegen

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Die Vorbereitungen zum WGT waren diesmal sehr geprägt von der aktuellen Situation. Wir brauchten mehr Vorbereitungstermine, hatten intensivere Länderabende (mit Annegret Mayr, Vertrauenspfarrerin des Jerusalemsvereins) und waren vielleicht betroffener als sonst von der Situation der Frauen des Gastgeberlandes.  Das alles mündete in einen intensiven Weltgebetstag-Gottesdienst, der geprägt war von dem sehnlichen Wunsch nach Frieden in dieser Region, weltweit aber auch persönlich in uns.

40 bis 50 Gottesdienstbesucher:innen haben am Gottesdienst teilgenommen. Im Anschluss gab es einen Imbiss mit landestypischen Gerichten und regem Austausch.

Esther Szauer, WGT-Team Siegen

 

Weltgebetstag in Hamburg-Eidelstedt

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Im Mittelpunkt unseres Weltgebetstagsgottesdienstes in der Elisabethkirche in Hamburg-Eidelstedt standen die Berichte der drei palästinensischen Frauen Eleonor, Lina und Sarah, die von den Beschwernissen eines Lebens unter Besatzung erzählen und davon, wie ihr christlicher Glaube sie zu Liebe und zu Frieden aufruft. Ihr Glaube gibt ihnen auch die Hoffnung und die Kraft, trotz aller Widrigkeiten an Liebe und Frieden festzuhalten. Ergänzt wurden die Berichte durch Gebete, Lieder und durch einen kurzen Vortrag zum Thema Palästina. Anschließend stärkten wir uns bei palästinensischen Köstlichkeiten im Gemeindehaus.

Sybille Möller-Fiedler

 

Weltgebetstag in Berlin-Reinickendorf

Für den Frieden im Nahen Osten zu beten, das ist angesichts der aktuellen Situation und der eigenen Hilflosigkeit für viele Menschen in Deutschland ein großes Anliegen. Bei Gottesdiensten am Weltgebetstag, den dieses Jahr Christinnen aus Palästina vorbereitet haben, konnten wir uns am 1. März in das Gebetsband rund um die Welt einreihen. Die stimmige Liturgie, schöne Lieder mit aussagekräftigen Texten und drei bewegende Geschichten von Frauen haben uns verdeutlicht, wie groß die Hoffnung der Palästinenserinnen auf Frieden in der Region seit Jahrzehnten ist. Die Worte aus dem Epheserbrief „Ertragt einander in Liebe“ sagen, dass der Friede bei jedem Einzelnen beginnt. Die drei Frauen, die von Vertreibung, Tod und Zerstörung in ihrer Heimat erzählen, sind dafür starke Vorbilder. Möge Gott ihre und unsere Gebete erhören!

Claudia Neumann

 

Weltgebetstag im Bistum Fulda (Hessen)

Weltgebetstag-Palaestina-Bistum-Fulda

Ein volles Kollektenkörbchen (847,70€) und Herzen voller Liebe und Hoffnung: Sechs Frauen aus der syrisch-orthodoxen Gemeinde in Bebra sind auf unsere Einladung hin gekommen und haben das Vaterunser auf aramäisch gebetet, anschließend zwei Frauen in ihren Muttersprachen Indonesisch und Albanisch sowie einige Frauen auf Arabisch, bis dann alle gekommenen Frauen und Männer auf Deutsch das Gebet gesprochen haben, das uns Jesus  gegeben hat. Dieses Erlebnis  von Verschiedenheit und Gemeinschaft hat mich sehr ergriffen und bewegt.

Möge das Gebet besonders in Palästina Kraft schenken!

Irene Riedl

 

Weltgebetstag in Petersberg-Marbach, St. Aegidius

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Unser Fazit: Es war innig, wahrhaftig, intensiv. Beten und handeln. Handeln und beten. Solidarität für Menschlichkeit und Gerechtigkeit auf der ganzen Welt“.

Wir waren 62 Personen, davon sechs Teamerinnen, zwölf MusikerInnen mit Band und großartigen Stimmen und sechs Personen im Küchenteam. Pfarrer Lange aus der Evangelischen Bonhoeffergemeinde (Fulda) kam mit seiner Familie, Marbach gehört zu seiner Kirchengemeinde. Wir arbeiteten mit der österreichischen Gebetsordnung und klärten vorher auf warum und weshalb. Nach dem Gottesdienst gab es einen leckeren Imbiß, gute Gespräche und ein „Wieder so“. Ja, wir sind und waren alle sehr motiviert und hinterher glücklich und dankbar. – Trotz aller Schwere und auch Hoffnungslosigkeit.

Andrea Leßmöllmann mit Cordula Krieder

 

Weltgebetstag in Bielefeld-Sennestadt

In den letzten Tagen erhielt ich von unterschiedlichen Seiten viele E-Mails bezüglich des Weltgebetstags. Oftmals dachte ich: „Oh nein, nicht noch eine neue Information, wie wir den WGT feiern und was wir noch möglichst in dem Gottesdienst bekanntgeben sollen.“ Die aktuellen Fürbitten, die vom Komitee einen Tag vorher kamen, hatten wir mit aufgenommen. Wir, das sind neun Frauen aus fünf Kirchengemeinden in Sennestadt.

Sennestadt ist ein Stadtteil von Bielefeld und liegt etwas abgetrennt von der City auf der anderen Seite des Teutoburger Waldes. Seit etlichen Jahren feiern wir reihum in den Gemeinden den WGT. Dazu gehören zwei katholische Gemeinden und zwei evangelische; ich gehöre zur Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, den Baptisten. Wir waren in diesem Jahr die gastgebende Gemeinde. Wir waren ein gutes Team und es hat Freude gemacht, mit den Frauen zusammenzuarbeiten. Zwei hatten eingekauft, alles, was es in Palästina so gibt an Obst und sie hatten eine wunderschöne Deko gestaltet. Eine hatte einen landestypischen Imbiss vorbereitet mit Humus, Tabulé, Fladenbrot; dazu Pfefferminztee. Meine Freundin aus Syrien, eine Muslima, hatte eine arabische süße Spezialität für uns gebacken.

Gestern war nun der große Tag, den wir alle voller Spannung erwartet hatten. Wir wussten nicht, wie viele Frauen kommen werden und unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Wir waren geschätzt 110 bis 120 Frauen. In unserer Gemeinde gibt es einen großen Mehrzweckraum. Den hatten wir eingedeckt mit 15 Tischen á 6 Plätzen.  Und obwohl einige Frauen nach dem Gottesdienst nach Hause gingen, waren alle Plätze belegt.

Vor dem Gottesdienst ließen wir über einen Beamer Bilder aus Palästina laufen und während des Gottesdienstes zeigten wir die Karte mit dem Ölzweig. Ich selbst habe viel Freude an Sprache und hatte eine Auslegung des Bibeltextes in Form eines Interviews vorbereitet. Was bedeuten für uns die Begriffe Demut, Freundlichkeit und Geduld  im Alltag?

Vor dem Gottesdienst hatte ich eine Erklärung darüber abgegeben, was im Vorfeld gelaufen und wie es dazu gekommen war, dass es auf einmal eine neue Ordnung gibt. Ich ging kurz auf unsere Verantwortung gegenüber den Juden und dem Staat Israel ein. Dann auf die reale Situation der Frauen in Palästina, die diese Gebetsordnung vorbereitet hatten. Ich erwähnte auch, dass ich in diesem Zusammenhang ein neues Fremdwort gelernt habe: Ambiguitätstoleranz. Wir Frauen hatten uns die Freiheit genommen, einige Passagen der alten Ordnung so zu belassen, wie sie ursprünglich gedacht waren. Wir hatten einen Mix gemacht aus alt und neu. Die langen Passagen der drei Frauen in der Ordnung hatten wir aufgeteilt in Erzählerin und Palästinenserin. So wurde das Zuhören interessanter.

Wir hatten einen Chor mit ca. 15 Sängerinnen, zwei Bläserinnen, einer Klavierspielerin, einer Flötistin, und einem Mann, der Gitarre spielte. Es war rundherum ein ganz schöner, gelungener Gottesdienst. Wir bekamen so viele positive Rückmeldungen.

Manche Frauen sagten uns, sie seien ganz gerührt gewesen, andere fühlten sich gut informiert, wieder andere sagten, es sei ein ganz außergewöhnlicher Gottesdienst gewesen, der ihnen ans Herz gegangen sei.

Gisela Bullermann

 

Weltgebetstag in Steinau an der Straße

Weltgebetstag 2024 Palästina in Steinau

Der Gottesdienst zum Weltgebetstag in Steinau wurde durch das ökumenische Frauen-Team vorbereitet und gestaltet. Es war uns ganz wichtig, diesen Gottesdienst – trotz der schwierigen Umstände – durchzuführen. Die einzelnen Rückmeldungen von Teilnehmenden haben uns Recht gegeben. Wir konnten uns über einen guten Besuch und eine schöne Kollekte freuen.

Ilse Weigand

 

Weltgebetstag in Bad Hersfeld

Weltgebetstag 2024 Palästina in Bad Hersfeld

Wir hatten aber einen inhaltlich sehr guten und auch mit 60 Leuten für unsere Verhältnisse gut besuchten Weltgebetstagsabend. Die Pröpstin war als Besucherin gekommen und hat den Gottesdienst inhaltlich sehr gelobt und dem Team sehr gedankt.

Ute Bätzing

 

Weltgebetstag in Fuldabrück

Weltgebetstag 2024 Palästina in Fuldabrück

Ich war wirklich nach dem 7. Oktober zerrissen wie wir den WGT diesmal feiern können … Wichtig war uns, die Frauen zu Wort kommen zu lassen und das gemeinsame Beten für den Frieden tat unglaublich gut! … Es tut gut ein Teil dieser weltweiten Bewegung zu sein.

 

Weltgebetstag in Rotenburg an der Fulda

Unser Gottesdienst begann mit der Olivenbaum-Meditation, vorher erklang ein Schofar, von einem ukrainischen Besucher gespielt. Wir haben uns über den guten Besuch und das konzentrierte Mitgehen sehr gefreut. Anfang der Woche gab es ein offenes Liedersingen, auch durch die Medien kam mehr Aufmerksamkeit für den Weltgebetstag als sonst.

 

Weltgebetstag in Bad Orb

Unser Team hat sich vergrößert. Wir waren einstimmig für die ursprüngliche Gottesdienstordnung. Der Input der Neuen war sehr erfrischend. Eine wunderbare Pianistin hat uns begleitet. Es waren ca. 70 Frauen anwesend, die sehr interessiert zugehört und mit uns gebetet haben. Ein sehr reger Austausch bei Brot, Roter Linsensuppe, Hummus und eingelegten Orangen wollte kein Ende nehmen. Und fast das Beste: Drei Männer haben die Küche geschmissen.

Renate Engel

 

Titelbild: Gottesdienst zum Weltgebetstag Palästina in Gerlnhausen-Hoechst (Hessen)