08.01.2026 | Im Dezember 2025 sperrte die israelische COGAT-Behörde den beliebten Fußballplatz des dicht besiedelten Aida-Flüchtlingscamps in Bethlehem ab und hinterließ eine Abrissverordnung.
Der Fußballplatz liegt direkt an der Mauer, die Bethlehem und Ostjerusalem trennt. Auf dem 50 mal 30 Meter großen Feld trainieren regelmäßig etwa 500 Kinder und Jugendliche. Es ermöglicht eine der sehr begrenzten Sportaktivitäten, die hier möglich sind. Die für zivile Angelegenheiten in den Palästinensischen Gebieten verantwortliche Militärbehörde COGAT behauptet, dass das Fußballfeld illegal errichtet wurde. Der ehemalige Bürgermeister von Bethlehem, Anton Salman, betont hingegen gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP, dass die Stadt das Gelände von der Armenischen Kirche für die Nutzung durch das Aida-Flüchtlingscamp gepachtet hat. Ein Ratsmitglied des Flüchtlingslagers, in dem mehr als 7.000 Menschen auf engem Raum leben, sagt, der Fußballplatz sei der einzige Raum zum Durchatmen im Camp.
Das Aida-Camp im Norden Bethlehems gehört zu den Flüchtlingslagern, die nach dem Palästinakrieg (1947–1949) und der israelischen Staatsgründung für die etwa 750.000 vertriebenen oder geflohenen Palästinenser errichtet wurden. Diese Lager bestehen bis heute, da der Flüchtlingsstatus vererbt wird. Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) betreut die Flüchtlinge in den Lagern und betreibt Schulen, Krankenhäuser sowie soziale Dienste.
Quelle:
Bethlehem camp’s ‚lifeline‘ football field faces Israeli demolition
Radio France Internationale (RFI), 19.12.2025
Foto: Eingang zum Aida-Flüchtlingscamp – Mrbrefast (CC BY-SA 3.0)