28.08.2026 | Sliman Mansour, der bedeutendste palästinensische Künstler seiner Generation, starb am 24. August 2026 im Alter von 79 Jahren. Sein Werk wurde durch den gewaltfreien Kampf gegen die israelische Besatzung und die Suche nach einer palästinensischen Identität geprägt.
Allgemein
Bundesverdienstkreuz für stellvertretende Vorsitzende Sybille Möller-Fiedler
26.08.2026 | Für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit im Jerusalemsverein sowie für die Kirche und die CDU hat der Bundespräsident der stellvertretenden Vorsitzenden Sybille Möller-Fiedler das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Im Schatten des Gaza-Krieges
10.08.2026 | Immer mehr palästinensische Christinnen und Christen sind von struktureller staatlicher Gewalt betroffen, die teils von jüdischen Siedlern, teils vom israelischen Militär ausgeübt wird.
Sumaya Farhat-Naser: Vorträge im Oktober bis Dezember 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Die palästinensische Friedensvermittlerin und Buchautorin Sumaya Farhat-Naser spricht vom Oktober bis Dezember 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz über den Konflikt um Israel und Palästina.
Siedlerangriff auf Taybeh – Baumaßnahmen für Außenposten beobachtet
06.08.2026 | Taybeh, das einzige vollständig christliche Dorf im Westjordanland, gerät zunehmend unter Druck durch israelische Siedler. Im Juni kam es erneut zu gewalttätigen Angriffen. Anfang Juli wurden Baumaßnahmen für einen Siedlungs-Außenposten beobachtet.
Es war nicht der erste Angriff auf die Bewohner Taybehs durch gewaltbereite Siedler. Letzten Sommer terrorisierten Siedler das Dorf und legten Brände. Taybeh erlebte daraufhin eine Welle der Solidarität von Vertretern aus Politik und Kirchen. Am 9. Juni 2026 griffen die Siedler erneut an.
Siedler stiften Brand und schießen mit scharfer Munition
Gegenüber Caritas Canada beschrieb der anglikanische Pfarrer Bashar Fawadleh die Geschehnisse. Demnach legten Siedler in der Nähe einer Tankstelle Brände. Da die palästinensische Feuerwehr anfangs nicht einschreiten konnte – die Sicherheitskoordination mit den israelischen Behörden gelang nicht – versuchten junge Bewohner Taybehs den Brand zu löschen. Sie wurden aber von den Siedlern daran gehindert und angegriffen. Bei diesem Angriff schossen die Siedler auch mit scharfer Munition. Das Feuer konnte schließlich gelöscht werden, nachdem die palästinensische Feuerwehr eine Erlaubnis für ihren Einsatz erhalten hatte.
Pfarrer aus Taybeh: Wir wollen in Frieden leben
Pfarrer Fawadleh betont: „Was wir erleben, ist keine Reihe vereinzelter Vorfälle, sondern ein anhaltendes Muster von Einschüchterung und ungerechtfertigter Gewalt, das unser Grundrecht auf Sicherheit und Würde untergräbt … Wir rufen daher die internationale Gemeinschaft, befreundete Nationen, Menschenrechtsorganisationen, Kirchen und humanitäre Einrichtungen dazu auf … wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die eskalierenden Angriffe auf Taybeh und seine Bewohner zu stoppen. Taybeh … verdient Schutz, Würde und Frieden – nicht Angst, Einschüchterung und wiederkehrende Gewalt … Wir wollen in Frieden leben. Wir wollen, dass unsere Kinder in Sicherheit aufwachsen und unsere Familien ein normales Leben führen können, genau wie die Menschen überall sonst auf der Welt. Dies ist ein grundlegendes Menschenrecht, das geachtet und geschützt werden muss.“
Seit Anfang Juli beobachten Einwohner Taybehs im östlichen Bereich des Ortes zunehmende Aktivitäten von Siedlern, die wie Vorbereitungen für die Errichtung eines Siedlungsaußenpostens. Betroffen ist der Ortsteil Jabal al-Massis, in dem Siedler im Juni Brände legten legten und Dorfbewohner angriffen.
Die meist mit Zelten, Wohnwagen und einfachen Hütten spontan und ohne israelische Baugenehmigung errichteten Außenposten wurden in der Vergangenheit auch von israelischen Gerichten als illegal angesehen und einige von ihnen geräumt. Nach dem Völkerrecht sind sowohl die Siedlungen als auch die Außenposten illegal. Die Zahl der Außenposten ist seit dem 7. Oktober 2023 stark gewachsen.
Quellen und Links
Taybeh burning: Israeli settlers set Christian village alight, impede firefighters
Caritas Canada,
New Settler Outpost Being Established Overlooking Taybeh, the West Bank’s Last Entirely Christian Town
Christian Newswire, 06.07.2026
Foto: Bei der Kirchenruine St. Georg in Taybeh verübten radikale Siedler wiederholt Brandanschläge (SeeSaw GmbH /Shutterstock)
Verlängerung der Haft von Natalie Abudayyeh – Erzbischöfin von Canterbury besucht Familie
07.08.2026 | Die palästinensische Christin Natalie Abudayyeh bleibt vorerst bis zum 23. September 2026 in israelischer Haft, wie ein Militärgericht entschieden hat. Das geistliche Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, Erzbischöfin Sarah Mullally, stattete ihrer Familie einen Solidaritätsbesuch ab.
Natalie Abudayyeh wurde am 2. Juni 2026 in Birzeit zusammen mit drei weiteren Studentinnen verhaftet. Sie gehört zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) und war Schülerin in Talitha Kumi (Beit Jala).
Verlängerung der Haft von Nathalie Abudayyeh bis 23. September
In einer Stellungnahme vom 22. Juli 2026 schreibt Bischof Dr. Imad Haddad (ELCJHL), dass Natalie Abudayyeh an diesem Tag vor einem israelischen Militärgericht erschienen ist. Nach dem Gerichtstermin wurde ihre Verwaltungshaft im Damon-Gefängnis in Jerusalem bis zu einer weiteren Verhandlung am 23. September verlängert. Die israelischen Behörden lehnten es ab, sie auf Kaution freizulassen. Familienangehörigen wurde der Kontakt zu der jungen lutherischen Christin verweigert. Ehemalige Häftlinge berichteten, dass in dem Gefängnis sehr schlechte Haftbedingungen herrschen und Menschenrechte verletzt werden.
Bischof Haddad schreibt: „Diese Nachrichten erfüllen uns mit unermesslicher Trauer, und wir machen uns große Sorgen um ihre Sicherheit. Inmitten dieser Trauer empfinden wir Angst und Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft all unserer Jugendlichen. Diese systematischen Angriffe Israels auf palästinensische Universitäten sind nur ein weiterer Aspekt einer Besatzung, die das Leben der Palästinenser erstickt und unsere jungen Menschen dazu treibt, darüber nachzudenken, ihre Heimat zu verlassen.“
Erzbischöfin von Canterbury besucht Nathalie Abudayyehs Familie und aus der Haft freigekommene Christin Layan Nasir
Das geistliche Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, Erzbischöfin Sarah Mullally, besuchte im Rahmen einer Solidaritätsreise ins Heilige Land die Familie von Natalie Abudayyeh in Beit Jala. Zuvor stattete sie der jungen anglikanischen Christin Layan Nasir und ihrer Familie einen Besuch ab. Die 26-Jährige kam Mitte Mai aus der Haft im Damon-Gefängnis frei. Wie Natalie Abudayyeh ist sie Studentin an der Universität Birzeit. Sie wurde seit 2021 dreimal für mehrere Monate inhaftiert – in Verwaltungshaft ohne offizielle Anklage. Die israelischen Behörden warfen ihr die Mitgliedschaft in einer verbotenen Studentenorganisation vor. Layan Nasir und ihre Familie haben diese Vorwürfe stets bestritten.
Zu den Haftbedingungen im Damon-Gefängnis sagte die Studentin: „Das Gefängnis ist wie ein Friedhof für die Lebenden … Die Bedingungen – die ohnehin schon schlecht sind – werden immer schlimmer … Viele Gefangene benötigen medizinische Versorgung, erhalten jedoch keinen Zugang zu grundlegenden Leistungen. Es gibt so wenig zu essen, und das, was ausgegeben wird, ist von sehr schlechter Qualität. Alle Gefangenen hoffen verzweifelt, dass die Welt davon erfährt und dass etwas unternommen wird, um die Bedingungen zu verbessern.“
Auch die Bischöfe von Chelmsford, Gloucester, Norwich, und Southwark solidarisieren sich mit Natalie und der Familie Abudayyeh. Sie verurteilten ihre Verhaftung als „Bruch der Genfer Konvention der Vereinten Nationen“. Der Bischof von Southwark brachte im House of Lords eine Regierungsanfrage über den Fall ein. Die britische Regierung betonte in ihrer Antwort: „Wir sind nach wie vor zutiefst besorgt über den anhaltenden und umfangreichen Einsatz der Verwaltungshaft durch die israelische Regierung. Wir haben unsere Bedenken gegenüber den israelischen Behörden zum Ausdruck gebracht und deutlich gemacht, dass diese im Einklang mit dem Völkerrecht handeln müssen … Das Vereinigte Königreich fordert die israelische Regierung weiterhin auf, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) unverzüglichen und ungehinderten Zugang zu allen Haftanstalten zu gewähren.“
Auch US-amerikanisch-palästinensische Studentin in israelischer Verwaltungshaft
Den Fall einer der drei zusammen mit Natalie Abudayyeh in Birzeit verhafteten Studentinnen hat die Zeitung „The Guardian“ beleuchtet. Sama Safi, eine Psychologiestudentin mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft, wurde in ein Gefängnis gebracht, nachdem israelisches Militär nachts den Wohnsitz ihrer Familie stürmte. Ein Sprecher des israelischen Militärs erklärte, sie und die anderen verhafteten Studentinnen seien „wegen der Förderung feindseliger terroristischer Aktivitäten und weiterer terroristischer Handlungen“ verhaftet worden. Safis Anwältin sagte, dass zwei andere Studierende, die zuvor inhaftiert wurden, dem israelischen Militär Dutzende Namen von Personen genannt hätten, die einer Studentengruppe angehören sollen. Das Militär behaupte, die Gruppe stehe der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) nahe, die als Terrororganisation gilt.
Sama Safi leidet an einer chronischen Erkrankung , die eine regelmäßige Behandlung erfordert. Mehrere US-Abgeordnete haben ihre Freilassung gefordert.
Quellen und Links
Statement zur Verhaftung von Natalie Abudayyeh von Bischof Imad Haddad
Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL), 22.07.2026
Archbishop of Canterbury makes first pastoral visit to Holy Land since taking up office
Church Times, 26.06.2026
Layan Nasir returns home to occupied West Bank after third spell in Israeli prison
Church Times, 22.05.2026
Palestinian American woman held without charge by Israeli military
The Guardian, 13.06.2026
UK Parliament: Business Item (Natalie Abudayyeh)
UK Parliament (House of Lords), 03./17.06.2026
Rabbis for Human Rights müssen Büro in Jerusalemer Synagoge nach rechtem Druck räumen
04.08.2026 | Nach Lobbyarbeit eines rechtsnationalen Aktivisten musste die Menschenrechtsorganisation Rabbis for Human Rights ihr Büro in der Jerusalemer Synagoge Mevakshei Derech verlassen.