Nachhaltiges Engagement: Mehr Grün in der evangelischen Schule in Ramallah

20 Schülerinnen und Schüler des Umweltclubs stehen vor dem Eingang der evangelischen Schule in Ramallah. Die meisten tragen dunkelblaue Shirts mit dem Logo der Schule. Über dem Eingang steht groß: Evangelical Lutheran School of Hope, auch in arabischen Schriftzeichen.

29.04.2026 | Anlässlich des Internationalen Tages der Erde am 22. April bepflanzten Schülerinnen und Schüler der Evangelisch‑Lutherischen Schule der Hoffnung ihr Schulgelände. Die Aktionen wurden vom Umweltclub mit 23 Teilnehmenden gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern der zehnten Klassen durchgeführt. Das Umweltzentrum der ELCJHL trat der engagierten Schülerschaft beratend und unterstützend zur Seite. Ziel war es, das Schulgelände nachhaltig zu begrünen und gleichzeitig das Umweltbewusstsein der Schulgemeinschaft zu fördern.

In einem Gewächshaus pflanzten die Schülerinnen und Schüler Setzlinge von Tomaten, Gurken, Paprika, Peperoni, Minze, Basilikum und Erdbeeren. Damit wurde der Grundstein für eine teilweise schulische Selbstversorgung gelegt wurde.

Darüber hinaus trägt die Aktion sichtbar zur Verschönerung des Schulgeländes bei. Am Eingangsbereich der Schule wurden Olivenbäume gepflanzt, die als Symbol für Beständigkeit und Verbundenheit mit der Natur stehen. Entlang der Wege sorgen verschiedene Blumen für eine freundlichere Atmosphäre und bereichern seitdem das Erscheinungsbild der Schule.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf einem zukunftsorientierten Ansatz der Landwirtschaft. Die Schülerinnen und Schüler sammelten praktische Erfahrungen mit der Hydroponik, einer modernen und wassersparenden Anbaumethode.

Sicher ist eines: Bei dem Aktionsrat wurden nicht nur Setzlinge gepflanzt, sondern auch die Liebe zur Natur in den Herzen der Schülerinnen und Schüler und nachhaltiges Handeln geübt.

Auch an den lutherischen Schulen in Beit Sahour und Bethlehem sowie an Talitha Kumi gibt es eine engagierte Umweltarbeit. So pflanzten kürzlich Schülerinnen und Schüler in Bethlehem Olivenbäume auf dem Schulgelände.

Fotos 1 bis 6: Pflanzaktion in Ramallah, Fotos 7-9: Pflanzaktion in Bethlehem

Präses Adelheid Ruck-Schröder (EKvW) kritisiert Gesetz zur Todesstrafe in Israel

Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder, Evangelische Kirche von Westfalen, ist eine Frau mittleren Alters mit dunklen, kurzen Haaren. Sie trägt eine Brille und ein pinkes Sakko.

27.04.2026 | Das israelische Parlament hat Ende März die Todesstrafe wiedereingeführt. Aus Sicht der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und ihrer palästinensischen Partnerkirche stellt dies im Hinblick auf das Westjordanland einen Verstoß gegen die Genfer Konvention dar. Und es begründet ein Zweiklassenrecht, da das Gesetz faktisch nur bei Palästinenserinnen und Palästinensern Anwendung finden kann. Dazu gibt die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Adelheid Ruck-Schröder, folgende Erklärung ab: 

„Das am 30. März von der Knesset beschlossene Gesetz ist der vorläufige Tiefpunkt des israelischen Vorgehens im besetzten Westjordanland, das nicht nur aus unserer Sicht völker- und menschenrechtlich zu verurteilen ist. 

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat in den vergangenen Monaten mehrfach Berichte von christlichen Kirchen und anderen Partnerorganisationen aus dem Nahen Osten erhalten, die auf die erschwerte Lebenssituation der Palästinenser und Palästinenserinnen im von Israel besetzten Westjordanland hinweisen. So informierte uns Dr. Imad Haddad, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land, in der Osterwoche darüber, dass Amir Jamal al-Daraawi, ein Schüler der Ev.-Luth. Schule in Beit Sahour, und sein Vater Jamal al-Daraawi verhaftet worden seien, weil sie sich gegen die Übergriffe radikaler Siedler zur Wehr gesetzt hätten. 

Diese Verhaftung steht in einer Reihe von Maßnahmen, die die rechtliche Position und das prekäre alltägliche Leben der Palästinenser und Palästinenserinnen im von Israel besetzten Westjordanland in den letzten Jahren beeinträchtigen. Dabei greifen staatliches und nichtstaatliche Handeln ineinander. So hatte die Knesset wiederholt den Bau von Siedlungen genehmigt und angekündigt, palästinensischen Lehrerinnen und Lehrern aus dem Westjordanland keine Arbeitserlaubnis mehr für Schulen in Ost-Jerusalem zu gewähren. Zugleich üben radikale Siedler (ohne staatlichen Auftrag) zunehmend Gewalt gegenüber Palästinensern und Palästinenserinnen aus, verwüsten Ackerland, fällen Olivenbäume und schikanieren Menschen. In vielen Fällen schreitet das Militär nicht ein, sondern unterstützt die Aktivitäten der Siedler, wie im Fall des verhafteten Schülers und seines Vaters. 

Das am 30. März beschlossene israelische Gesetz über die Todesstrafe setzt diese bedenklichen Entwicklungen fort. 

Die Evangelische Kirche von Westfalen lehnt die Todesstrafe prinzipiell ab. Die Todesstrafe ist grausam, unmenschlich, erniedrigend und unwirksam. Im konkreten Fall wirkt sie diskriminierend, denn das Gesetz kann faktisch nur bei Palästinensern und Palästinenserinnen Anwendung finden und begründet damit ein Zweiklassenrecht. Es verstößt im Hinblick auf das Westjordanland gegen die Genfer Konvention, da es Begnadigungen ausschließt und von einer Frist von 90 Tagen zur Vollstreckung ausgeht. 

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Existenz des Staates Israel als Zufluchtsort von Jüdinnen und Juden aus politischen und theologischen Gründen unabdingbar ist. Angesichts des erstarkten Antisemitismus – in Deutschland und weltweit – bekräftigt sie diese Haltung. Unbeschadet dessen sehen wir die derzeitige israelische Politik und die diskriminierende Praxis gegenüber den Palästinenserinnen und Palästinensern mit großer Sorge. Wir teilen die Kritik unserer palästinensischen Partnerkirche an der Entscheidung der israelischen Regierung und Knesset zur Wiedereinsetzung der Todesstrafe.“

Foto: Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder (EKvW), © Jens Schulze

Osterfeiern der ELCJHL überschattet: Verhaftung eines Schülers der ELS Beit Sahour

Amir-Jamal-Al-Daraawi, ein Jugendlicher mit kurzen dunklen Haaren und kurzem Bart, trägt eine Robe mit dem Logo der Evangelischen Schule in Beit Sahour.

10.04.2026 | Ostermontag wurde Amir Jamal Al-Daraawi, der eine 12. Klasse der Evangelisch-Lutherischen Schule in Beit Sahour besucht, von israelischem Militär zusammen mit seinem Vater verhaftet. Zuvor griffen israelische Siedler palästinensische Dorfbewohner an. Am Dienstag kam der Schüler wieder frei.

Bischof Dr. Imad Haddad rief in einer Stellungnahme die internationale Gemeinschaft dazu auf, Maßnahmen gegen die wachsende Siedlergewalt und die Ausbreitung von illegalen Siedlungen zu ergreifen. Haddad schrieb:

Am Ostermontag erfuhren wir mit großer Besorgnis und Entsetzen von der Festnahme von Amir Jamal Al-Daraawi, einem Schüler der 12. Klasse der Evangelisch-Lutherischen Schule in Beit Sahour, und seines Vaters durch das israelische Militär.

Ersten Berichten zufolge errichteten israelische Siedler illegal einen Außenposten in einem palästinensischen Dorf in der Nähe von Beit Sahour, bedrängten die Bewohner und sprühten Tränengas gegen sie. Amir und sein Vater, Herr Jamal Al-Daraawi, gehörten zu einer Gruppe von Anwohnern, die sich für die Angegriffenen einsetzten. Die Siedler riefen israelische Soldaten herbei, die Amir und seinen Vater festnahmen.

Als Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land fordere ich die sofortige Freilassung von Amir und den anderen Festgenommenen. Als Kirche stehen wir in gebeterfüllter Solidarität mit der Familie Al-Daraawi und der Schulgemeinaft der ELS Beit Sahour und unterstützen unmissverständlich ihre Forderungen nach Amirs Freilassung. Wir beten für Amirs Sicherheit und für eine rasche Rückkehr zur Schule an der Seite seiner Klassenkameraden, die sich auf den Abschluss im nächsten Monat vorbereiten, und seiner Lehrer.

Dies ist kein Einzelfall. Wir sind zunehmend beunruhigt über die gewalttätigen Aktionen israelischer Siedler im gesamten Westjordanland, die in den letzten Monaten erheblich zugenommen haben. Mit großer Besorgnis beobachten wir den Bau einer neuen israelischen Siedlung in Beit Sahour, die die Sicherheit, die Lebensgrundlage und die Präsenz der dortigen Palästinenser bedroht, darunter auch die Gemeindschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Beit Sahour und der Evangelisch-Lutherischen Schule. Wir fordern sofortiges und entschlossenes Handeln von internationalen Regierungen, religiösen Führern und allen Menschen guten Willens, um das Recht der Palästinenser auf ein Leben in Sicherheit auf ihrem eigenen Land zu schützen, wie es durch das Völkerrecht garantiert ist.

Bischof Dr. Imad Haddad
Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land

Im Dezember 2025 berichteten wir über die Errichtung eines Außenpostens durch Siedler bei Beit Sahour und Pläne für eine neue Siedlung.

Osterbotschaft der Patriarchen und Kirchenoberhäupter in Jerusalem

02.04.2026 | Angesichts des Krieges im Iran und seiner zerstörerischen und tödlichen Auswirkungen erinnern die Kirchenführer in Jerusalem daran, dass mit der Auferstehung Christi der Tod nicht das letzte Wort hat.

„Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Nach seiner großen Barmherzigkeit hat er uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten …“ (1. Petrus 1,3)

In den Wochen vor der diesjährigen Erinnerung an Tod und Auferstehung Christi hat ein neuer, verheerender Krieg das Heilige Land und den gesamten Nahen Osten erneut in Chaos gestürzt. Jeder Tag bringt eine weitere Eskalation – ein unerbittlicher Kreislauf aus Tod, Zerstörung und unvorstellbarem Leid, der eine weltweite wirtschaftliche Not nach sich zieht. Aus dem schwarzen Rauch dieser wachsenden Trümmer ist eine tiefe Finsternis über unsere Region hereingebrochen, so erstickend wie die Luft im verschlossenen Grab des gekreuzigten Christus. Es scheint, als habe selbst die Hoffnung uns verlassen.

Doch wie die Heilige Schrift lehrt und unser Glaube offenbart, war die Verzweiflung des Grabes nicht das Ende der Geschichte. Der Tod hatte nicht das letzte Wort. Durch die Macht Gottes ist Christus siegreich vom Tod auferstanden und hat die Fesseln von Sünde und Tod zerrissen. Wie der Apostel Paulus schreibt: „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ (1. Korinther 15,20)

Als Folge schenkt Gott allen, die im Glauben zum auferstandenen Herrn aufblicken, eine Wiedergeburt zu einer lebendigen Hoffnung. (1. Petrus 1,3)

Angesichts dieser katastrophalen Zeiten bekräftigen wir, die Patriarchen und Kirchenoberhäupter in Jerusalem, diese mächtigen und ermutigenden Worte als Kern unserer Osterbotschaft – für unsere Gemeinden und für Christen weltweit. Denn: „So sind auch wir mit Christus auferweckt, damit wir in einem neuen Leben wandeln.“ (Römer 6,4b)

Im Geiste dieser tiefen Wahrheit rufen wir die Gläubigen und alle Menschen guten Willens auf, unermüdlich für die Linderung des Leidens unzähliger Menschen, die durch die Verwüstungen des Krieges im Nahen Osten und darüber hinaus betroffen sind, zu beten und zu arbeiten. Gleichzeitig appellieren wir an sie, sich für ein sofortiges Ende der Gewalt einzusetzen und für Gerechtigkeit und Frieden in unserer von Krieg zerrissenen Region zu wirken – beginnend in Jerusalem, bis nach Gaza, im Libanon und im gesamten Heilige Land; in den Golfstaaten und Teheran; bis an die Enden der Erde.

Abschließend erinnern wir an die Worte des Apostels Paulus, der inmitten unzähliger Prüfungen schrieb: „Wir werden von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzweifeln nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden niedergeschlagen, aber wir kommen nicht um. Allzeit tragen wir das Sterben Jesu an unserem Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde.“ (2. Korinther 4,8–10)

Mit diesem tiefen Vertrauen in die verwandelnde Kraft der Auferstehung Christi tauschen wir – inmitten unserer eigenen Qualen – den uralten Ostergruß aus, der seit jeher durch die Ewigkeit hallt:

„Christ is Risen! (Al Maseeh Qam! Christos Anesti! Christos haryav I merelotz! Pekhrestos aftonf! Christ est Ressuscité! Cristo è risorto! Christus resurrexit! Meshiha qam! Christos t’ensah em‘ muhtan! Christus ist auferstanden!) He is Risen, indeed! Alleluia!“

Die Patriarchen und Kirchenoberhäupter in Jerusalem

Englischsprachige Osterbotschaft >>

Titelbild: Die Auferstehung Christi. Wangemälde von Giovanni Domenico Tiepolo.

Meron Mendel im Gespräch über die deutsche Debatte um Israel-Palästina: am 7. Juni 2026 in Oldenburg

Meron Mendel

„Die deutsche Debatte um Israel-Palästina – Gibt es überhaupt Chancen auf einen dauerhaften Frieden?“ – Eine Matinée mit Prof. Dr. Meron Mendel, Frankfurt

Moderation: Peter Meiwald, Vorsitzender der Europäischen Föderalisten OL

Sonntag, 7. Juni 2026, 12 Uhr
Forum St. Peter, Peterstr. 22-26, 26121 Oldenburg

Freier Eintritt

Der israelisch-palästinensische Konflikt befindet sich seit dem 7. Oktober 2023 auf einem neuen Tiefpunkt. Für viele Menschen auf beiden Seiten bedeutet das Leben vor allem eines: das Überleben von einer Katastrophe zur nächsten, von einem Krieg zum anderen. Hass, Gewalt, tiefes Misstrauen und der fehlende politische Wille zu einer friedlichen Lösung prägen die Gegenwart.

Und doch bleibt Frieden die einzige realistische Perspektive, um den Kreislauf der Zerstörung zu durchbrechen. In Israel und Palästina gibt es weiterhin Initiativen und Menschen, die trotz allem an Verständigung, Zusammenarbeit und gemeinsamen Zukunftsperspektiven festhalten. Sie zeigen: Es braucht Empathie für die Ängste, Traumata und das Leid auf beiden Seiten. Es braucht Dialog – jenseits einer Polarisierung zwischen kritikloser Solidarität mit der einen und pauschalisierender Verurteilung der anderen Seite.

Welche Wege zu einem dauerhaften Frieden sind heute überhaupt noch denkbar? Welche politischen Konzepte könnten tragfähig sein? Und welche Rolle kann Deutschland in dieser Debatte und in möglichen Friedensprozessen übernehmen?

Meron Mendel ist Historiker, Pädagoge, Professor für Soziale Arbeit und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt. Er ist in Israel geboren und forscht zu Antisemitismus, Erinnerungskultur und Migration. Ihm und seiner Frau wurde 2025 für ihr Engagement für Dialog, Demokratie und Menschenrechte die renommierte Buber-Rosezweig-Medaille vom Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Mitträger-Organisationen: Caritasverband Oldenburg-Ammerland, Cine k, Europäische Föderalisten OL, Ev.-Luth. Kirche in OL – Referat Kirche und Gesellschaft, FORUM St. Peter OL, Friedensforum Varel, Jerusalemsverei, MISEREOR, Ökumenisches Zentrum OL, pax christi OL, Volkshochschule OL, Werkstatt Zukunft OL

Sumaya Farhat-Naser: Vorträge im April/Mai 2026 in Deutschland und der Schweiz

Sumaya Farhat-Naser mit Vorträgen und Publikumsgesprächen zu Gast in Deutschland Österreich und der Schweiz

Die palästinensische Friedensvermittlerin und Buchautorin Sumaya Farhat-Naser spricht ab dem 29. April 2026 in der Schweiz und ab dem 13. Mai in Deutschland über den Konflikt um Israel und Palästina.

Kontaktieren Sie bitte den jeweiligen Veranstalter zu Fragen bezüglich einer bestimmten Veranstaltung. Alle Angaben ohne Gewähr.

Vorträge von Sumaya Farhat-Naser in Deutschland

13. Mai 2026, 19 Uhr
Köln
Domforum, Domkloster 3 / Domplatte

16. Mai 2026, 15 Uhr
Köln
Am Justizzentrum 5
Bürger im Gespräch

18. Mai 2026, 18 Uhr
Erlangen
Gemeindehaus St. Matthäus, Rathenaustraße 5a

19. Mai 2026, 19 Uhr
Eckental
Evang.-luth. Kirchengemeinde St. Anna Forth, Martin-Luther-Straße 8

20. Mai 2026, 19:30 Uhr
Stuttgart
Ökumenisches Zentrum, Allmandring 6

21. Mai 2026, 19 Uhr
Schorndorf
Martin-Luther-Haus, Friedrich-Fischer-Straße 1
Palästina – Zwischen Schweigen und Schmerz Mut zu hoffen wagen

26. Mai 2026, 19 Uhr
Großhansdorf
Evang.-luth. Kirchengemeinde, Alte Landstraße 20a

27. Mai 2026, 19 Uhr
Hamburg-Schnelsen
Albertinen Haus, Sellhopsweg 18–22

28. Mai 2026, 19 Uhr
Hamburg-Volksdorf
Evang.-luth. Kirchengemeinde, Rockenhof 5

29. Mai 2026, 19 Uhr
Hamburg-Altstadt
Evang.-ref. Kirche, Ferdinandstraße 21

Vorträge von Sumaya Farhat-Naser in Österreich

3. Juni 2026, 18:30 Uhr
Wien
Bruno Kreisky Forum, Armbrustergasse 15
im Gespräch mit Renata Schmidtkunz
Anmeldung bis 1.6.: office@frauenrat.co.at

vergangene Termine

Vorträge von Sumaya Farhat-Naser in der Schweiz

29. April 2026, 19 Uhr
Frauenfeld TG
Verein Schweizer Standpunkt, Bahnhofplatz 65/67, 1. Stock

30. April 2026, 19 Uhr
Biel BE
Wyttenbachhaus, Jakob-Rosius-Strasse 1

4. Mai 2026, 19 Uhr
Frick AG
Reformierte Kirche, Mühlerain 10
ref-frick.ch

5. Mai 2026, 19 Uhr
Zürich
Evang.-ref. Kirche St. Jakob, Stauffacherstrasse 10

6. Mai 2026, 19:30 Uhr
Bern
Kirchgemeindehaus Paulus, Freiestrasse 20

7. Mai 2026, 18 Uhr
Adligenswil LU
Thomaskirche, Zentrum Teufmatt

8. Mai 2026, 19 Uhr
Bülach ZH
Ref. Kirchgemeindehaus, Grampenweg 5

9. Mai 2026, 10 Uhr
Sirnach TG
Institut für Personale Humanwissenschaften und Gesellschaftsfragen IPHG, Fischingerstrasse 66

11. Mai 2026, 19:30 Uhr
Turgi AG
Bibliothek, Weichlenstrasse 1A
Palästina: Zwischen Schweigen und Schmerz – Mut zur Hoffnung wagen

12. Mai 2026, 19 Uhr
Jona SG
Kath. Kirchgemeindehaus, Friedhofstrasse 3

Seit Jahrzehnten ist Sumaya Farhat-Naser eine wichtige Stimme der palästinensischen Friedensbewegung. In ihrer Heimat vermittelt sie mit Methoden der gewaltfreien Kommunikation in Frauengruppen und Jugendseminaren, wie Konflikte gewaltlos gelöst werden können. Ihre Arbeit wird seit Jahren vom Jerusalemsverein und dem Berliner Missionswerk unterstützt.

Bischof Haddad verurteilt israelisches Gesetz zur Todesstrafe

Bischof Dr. Imad haddad (ELCJHL)

02.04.2026 | Ende März 2026 hat das israelische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das die Todesstrafe für Palästinenser in den palästinensischen Gebietes vorsieht, die einen Mord aus terroristischen Motiven begehen. Bischof Dr. Imad Haddad (ELCJHL) hat das Gesetz scharf kritisiert.

Haddad schreibt in einem offenen Brief an die weltweiten Partner der ELCJHL:

Am Montag, dem 30. März, verabschiedete Israels Knesset ein Gesetz, das die Todesstrafe für palästinensische Häftlinge vorsieht. Dieses diskriminierende Gesetz ist so formuliert, dass es ausschließlich auf Palästinenser angewandt wird – und zwar nach Ermessen israelischer Militärgerichte. Die Militärgerichte, die für die Durchsetzung dieses Gesetzes zuständig sind und in denen nur Palästinenser angeklagt werden, sind bekannt dafür, grundlegende Rechtsstaatlichkeit zu missachten. Sie weisen eine Verurteilungsrate von etwa 96 Prozent auf, die auf Geständnissen beruht, die unter Zwang und Folter erpresst wurden – ein Vorgehen, das von vielen Menschenrechtsorganisationen scharf verurteilt wird. Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte erklärt, dass die Anwendung dieses Gesetzes ein Kriegsverbrechen darstellen würde.

Während wir uns darauf vorbereiten, Ostern zu feiern – das Wunder des leeren Grabes –, bereitet unser Volk Gräber für diejenigen vor, die von diesem unmenschlichen Beschluss betroffen sein werden. Als Christen lehnen wir die Ideologie von „Auge um Auge“ ab. Als Palästinenser, die die entwürdigenden Bedingungen in israelischen Gefängnissen und die ungerechten Mechanismen der Militärgerichte kennen, fürchten wir um die vielen Unschuldigen, die unweigerlich aufgrund dieser Anordnung hingerichtet werden.

In unserem Glauben an die Heiligkeit und Würde jedes menschlichen Lebens stellen wir uns entschlossen gegen jede Form von Tötung – auch durch den Staat. Während diejenigen, die dieses Gesetz entworfen und verabschiedet haben, in den Korridoren der Macht mit Sekt auf den Tod anstoßen, verkünden wir vom Fuße des Kreuzes aus ein Evangelium des Lebens.

Jetzt ist der Moment, in dem wir Sie, unsere Partner, dringend bitten, mutig Stellung zu beziehen: Schreiben Sie, setzen Sie sich öffentlich ein und verurteilen Sie dieses Unrecht. Lassen Sie nicht zu, dass der Tod das letzte Wort hat. Stehen Sie fest zu unserem gemeinsamen Bekenntnis zu einem Leben in Fülle – für alle.

Bischof Dr. Imad Hadad

Englischsprachige Stellungnahme von Bischof Haddad >>